#87 Trügerische Sicherheit: Der Fall Jennifer Scharinger
Shownotes
Jenni Scharinger aus Wien trifft sich abends mit einer Freundin und bringt diese noch nach Hause, bevor sie selbst den Heimweg antritt. Danach wird sie nie wieder lebend gesehen und ihr Schicksal bleibt fast 8 Jahre lang ungewiss. Doch im Dezember 2025 klärt sich der Fall Jennifer ganz plötzlich auf und eine Mutter, die nie aufgegeben hat, findet endlich Ruhe. Was mit Jenni passiert ist, hört ihr in unserer letzten Folge 2025.
Ergänzende Infos zum Fall auf www.instagram.com/mordhochzwei.truecrimepodcast
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Credit: MORD HOCH ZWEI Ein Podcast von Nadine d’Arachart und Sarah Wedler Hosts, Redaktion, Produktion und Schnitt: Nadine d’Arachart, Sarah Wedler / d’Arachart Wedler GBR Kontakt: kontakt@darachartwedler.de
Shownotes:
Quellen (Auswahl): https://www.ksta.de/panorama/promis/jennifer-scharinger-vermisstenfall-nimmt-spektakulaere-wendung-1166805 https://www.krone.at/3981899 https://www.findetjenni.at/ https://www.falter.at/zeitung/20251216/nur-die-mutter-gab-nie-auf
Bildlizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de
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Transkript anzeigen
00:00:03: Stell dir vor, du bist verabredet, um mit einer alten Schulfreundin ein paar Cocktails zu trinken.
00:00:09: Ihr kennt euch schon ewig und immer, wenn ihr euch trefft, gibt es viel zu erzählen.
00:00:14: Du freust dich, sie zu sehen.
00:00:16: Sie ist so ein lebenslustiger, fröhlicher Mensch.
00:00:19: Ein richtiger Sonnenschein, der einen mitreißen und für ein paar Stunden alles andere vergessen lassen kann.
00:00:25: Der Abend beginnt perfekt.
00:00:27: Ihr trinkt was, unterhaltet euch und lacht viel.
00:00:31: Ihr habt beide morgen frei und genießt einfach die Zeit.
00:00:34: Aber später schneidet ihr auch ernstere Themen an.
00:00:37: Anstehende Prüfungen, die Zukunft.
00:00:40: Ihr versteht euch gut, seid genau auf einer Wellenlänge.
00:00:43: Das wart ihr schon immer.
00:00:45: Und du fragst nicht vielleicht, wie eure Leben sich weiterentwickeln werden.
00:00:49: Deine Freundin studiert.
00:00:50: Du bist überzeugt, dass ihr's weit bringen wird mit ihrem Selbstbewusstsein und ihrem mitreißenden Lachen.
00:00:56: Du denkst darüber nach, wie sie einen Raum einnimmt, indem sie einfach nur eintritt.
00:01:00: und wie sie es mühelos schafft, der Mittelpunkt zu sein, auch wenn sie das gar nicht versucht.
00:01:05: Du könntest noch ewig mit ihr weiterquatschen, aber gegen Mitternacht beschließt ihr euch auf den Heimweg zu machen.
00:01:11: Sie bietet an, dich nach Hause zu bringen und du nimmst dankend an.
00:01:15: Also seid ihr noch eine Weile gemeinsam unterwegs, in der Nacht, in der Großstadt, mit diesem Gefühl in euch, dass die ganze Welt euch offen steht, dass ihr euch gehört, dass sie nur auf euch und eure Lebenspläne wartet, dass sie gut ist und man ihr vertrauen kann.
00:01:30: Es ist dieses Gefühl, dass man nur hat, wenn man Anfang zwanzig ist.
00:01:34: Erwachsen, aber noch unerwachsen genug, um ein bisschen verrückt zu sein.
00:01:39: Aber nicht verrückt genug, um nicht trotzdem einen Auge aufeinander zu haben.
00:01:43: Deine Freundin begleitet dich bis zu deiner Tür.
00:01:46: Du fragst sie, wie sie jetzt nach Hause kommt und sie stellt fest, dass sie die Bahn verpasst hat.
00:01:51: Macht nichts, versichert sie dir.
00:01:53: Ich rufe meinen Freund an, der holt mich ab.
00:01:56: Du gehst nach Hause, aber wenig später blinkt nochmal dein Handy.
00:02:00: Deine Freundin schickt dir ein Selfie, auf dem sie mit ihrem Freund zu sehen ist.
00:02:04: Bin safe, schreibt sie dazu und du lächelst.
00:02:07: Warst du nicht ernst?
00:02:09: Dies war der letzte Abend dieser Art.
00:02:12: Vielleicht der letzte wirklich unbeschwerter Abend deines Lebens.
00:02:15: Denn wenig später wirst du begreifen, die Welt ist nicht gut.
00:02:19: Man kann ihr nicht trauen.
00:02:21: Man ist in ihr nicht safe.
00:02:59: Und ich bin Sarah Wedler.
00:03:00: In unserem Podcast besprechen wir Fälle, die uns aus bestimmten Gründen nicht mehr aus dem Kopf gehen.
00:03:05: Dabei spielt es für uns keine Rolle, ob ein Fall extrem bekannt oder unbekannt, ob er geklärt oder ungeklärt ist.
00:03:12: Wir behandeln sowohl Mord als auch vermissten Fälle, die auf der ganzen Welt stattgefunden
00:03:16: haben.
00:03:17: Denkt bitte daran, dass es sich dabei um einen realen Fall handelt.
00:03:21: Wenn ihr also später bei das Verbrechen diskutiert oder uns Kommentare hinterlasst, seid bitte respektvoll, auch zueinander.
00:03:28: Da wir Themen behandeln, die einig von euch sehr nahe gehen könnten, findet ihr eventuelle Trigger-Warnungen in der Folgenbeschreibung.
00:03:52: Stimmt, wir haben keine Sommerpause gemacht.
00:03:55: Wir haben im Winter keine Pause gemacht.
00:03:56: Wir haben sogar, wenn wir mal irgendwo im Urlaub waren, weiterproduziert.
00:03:59: Ja,
00:03:59: also einfach regelmäßig das ganze Jahr bei Mordhoch II.
00:04:03: Krass, voll krass.
00:04:04: Ich würde gerne von dir wissen, gibt's einen Fall aus dem Jahr, wo du sagen würdest, der hängt mir noch besonders nach?
00:04:10: Oder das war so mein Fall, im Jahr zwei tausendfünfundzwanzig?
00:04:12: Ja, Amy Lynn Bradley.
00:04:14: Ich hab's gewusst, ich hab's geahnt.
00:04:16: Ich kann leider nichts anderes sagen.
00:04:18: Das ist einfach so einer meiner absoluten Herzensfälle.
00:04:21: Und da wir von meinen absoluten Herzensfällen noch nicht so viele gemacht haben, ist es einfach Amy's Fall.
00:04:25: Der geht mir einfach nah, der hängt mir einfach nah.
00:04:28: Ich glaub auch nach wie vor, dass sie noch irgendwo da draußen ist.
00:04:31: Ich werd auch ganz viel an sie denken, wenn ich im nächsten Jahr in der Karibik bin.
00:04:34: Ich werd ganz doll die Augen aufhalten.
00:04:36: Ich glaub auch, dass der Fall irgendwann noch mal geklärt wird.
00:04:39: Ich hoffe, ist ganz doll.
00:04:40: Ich hoffe, ist sehr, sehr, sehr.
00:04:42: Zu Amy hatten wir eine Doppelfolge, weil es da auch so viel sozusagen gibt.
00:04:45: Und wir hatten ja noch eine Doppelfolge im Sommer, und zwar zur Wild Tiger.
00:04:48: Und ich muss sagen, das ist für mich so ein bisschen der Fall, zwei Tausendfünfundzwanzig.
00:04:52: Okay.
00:04:54: Und zwar deswegen, weil dieses Thema Menschen, die andere Menschen in den Selbstmord treiben, mich jetzt irgendwie schon seit ganz vielen Jahren beschäftigt.
00:05:01: Wir haben ja damals ein Buch darüber geschrieben.
00:05:03: Ach,
00:05:03: echt?
00:05:04: Du warst dabei.
00:05:04: Ein
00:05:05: Spiel für Gewinner,
00:05:06: genau.
00:05:06: Und da ging es ja um diese Selbstmord-Challenges im Internet, mit denen dieses ganze Phänomen irgendwie so ein bisschen begonnen hat.
00:05:12: Und das hat mich damals schon irgendwie einfach schockiert, dass es Leute gibt, die sich einfach einen Spaß draus machen, anderen auf diese Art und Weise das Leben zu nehmen.
00:05:18: Menschen, die sich noch nicht mal die Hände schmutzig machen dafür, sondern einfach nur am Computer oder an ihrem Handy sitzen und ja, so viel kaputt machen.
00:05:25: Ja, ich habe bei diesen Fällen immer das Gefühl so, wie du schon sagst, die machen sich die Hände nicht schmutzig, begreifen die überhaupt, was die da tun oder sind die so in ihrer virtuellen Welt, dass es für sie auch nichts weiter ist als irgendwie so ein Spiel.
00:05:37: Also ich habe manchmal das Gefühl, die kapieren überhaupt nicht, was sie dadurch alles zerstören können.
00:05:41: Ja, das finde ich ein extrem guten Gedanken und das macht das ja auch so unheimlich.
00:05:44: dass man sich wirklich fragt, was geht in diesen Leuten vor?
00:05:46: und wie du schon sagst, checken die überhaupt, was sie da anrichten.
00:05:50: Ja, und irgendwie denke ich immer noch an diese Folgen.
00:05:53: Ihr da draußen, verratet uns auf jeden Fall auch gerne, was war für euch der Mordhochzweifel?
00:05:58: Und warum?
00:05:59: Oder ist es ein bestimmter Themenbereich, bei dem ihr mal besonders gerne zuhört?
00:06:04: Wovon ihr euch mehr wünscht?
00:06:05: Also gebt uns gerne auch mal so ein kleines Jahresresum.
00:06:08: Oh ja, dazu muss ich jetzt auch mal ganz kurz was sagen.
00:06:11: Wir bitten euch ja immer um Kommentare und wir finden das auch total schön, wenn ihr uns welche hinterlasst.
00:06:16: Es kommt jetzt aber immer häufiger mal vor, dass uns Leute darauf hinweisen, dass wir irgendein Wort falsch verwendet haben oder in ihren Augen nicht korrekt genug angewendet haben.
00:06:26: Und das ist an sich ja auch völlig in Ordnung, dass ihr uns darauf hinweist, dass ich mich allerdings frage ist, so ein Skript, das sagt keine Ahnung, siebentausend, achttausend Worte oder sowas.
00:06:35: Warum kommentieren manche Leute da draußen nur, wenn man mal alle vier oder fünf Folgen in ihren Augen eine Sache nicht richtig macht.
00:06:43: Und ansonsten schweigen die.
00:06:45: Also es scheint immer so, als würden die Leute uns trotzdem hören, weil dann kommt immer so, ja, ich mag euch ja eigentlich aber oder ich höre euch eigentlich gerne aber.
00:06:52: Und ich würde es einfach super cool finden.
00:06:55: wenn ihr da draußen uns nicht nur Bescheid sagen würdet, wenn euch irgendwas nicht gefällt.
00:07:00: Sondern wenn ihr uns vielleicht stattdessen auch mal eine positive Rückmeldung geben könntet.
00:07:04: Also einige von euch machen das und das ist auch super.
00:07:06: Aber das ist eben nur ein ganz ganz kleiner Bruchteil von allen, die uns überhaupt hören.
00:07:11: Und diese positiven Kommentare, die kommt in der Regel auch nie von... denjenigen, die sich dann das eine oder andere mal negativ äußern.
00:07:18: Da frage ich mich manchmal, warum ist das so?
00:07:20: Ja, und dann steht manchmal auch so ein frustrierender Effekt durch, weil ihr seid ja auf der anderen Seite und wir sind ja hier auf dieser Seite und wir stecken in jeder Fall wirklich viel Herzblut, viele Diskussionen, viele, viele Stunden Arbeit und wenn man dann manchmal nur so die Rückmüllung bekommt, dieses Wort sagt man aber heute nicht mehr und außerdem nerven eure Stimmen.
00:07:39: dann ist das danach irgendwie so ein bisschen ja frustrierend manchmal.
00:07:42: Ja, und das bedeutet jetzt nicht, dass ihr uns nicht sagen sollt, wenn wir irgendwas falsch machen oder so.
00:07:46: Also wir sind auch offen für Kritik.
00:07:48: Es wäre aber auch schön, wenn im Gegenzug einfach auch mal öfter gesagt werden würde, wenn einem irgendwas gefällt.
00:07:54: Denn gerade sowas, das motiviert uns ja weiter zu machen und gerade so positives Feedback, das ist ja auch wichtig, damit wir wissen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.
00:08:01: Weil, wie ich nach Spotify WRAP schon gesagt habe, also bei Spotify wurde uns angezeigt, dass wir achtundzwanzigtausend Hörerinnen und Hörer alleine bei Spotify haben.
00:08:10: Und jetzt stellt euch mal vor, da kommen zwei Leute an, die sagen, wir finden es aber blöd, dass ihr diskutiert, dass ihr Theorien drin habt oder wir finden eure Stimme doof oder wir finden das und das doof.
00:08:19: und dann richten wir uns nach diesen zwei Menschen und achtundzwanzigtausend Leute da draußen denken sich, es ist aber eigentlich alles cool so.
00:08:26: Wir wissen aber nicht, dass ihr das cool findet, weil ihr das nicht sagt.
00:08:29: Ja, ganz genau.
00:08:29: Wir können ja nur mit dem arbeiten, was wir bekommen.
00:08:31: Ja, und das macht auch einfach viel, viel mehr Spaß, wenn wir einfach mal alle wieder ein bisschen positiver sein würden und man einfach mal auch mal positive Dinge sagt.
00:08:40: Ja,
00:08:40: also das finde ich auch voll gut, dass du das gerade sagst.
00:08:42: Das passt nämlich gerade perfekt zu meinem Leben.
00:08:44: Ja?
00:08:45: Weil ich bin eigentlich kein Mensch der sich Vorsätze macht fürs nächste Jahr, weil ich eigentlich immer Vorsätze habe.
00:08:49: Mein Vorsatz fürs nächste Jahr, an dem ich auch jetzt gerade schon so ein bisschen arbeite, ist aber tatsächlich mehr Positivität.
00:08:53: Weil ich finde, wir leben im Moment in einer ganz komischen Zeit.
00:08:56: Es herrscht viel Negativität.
00:08:57: Man bekommt viel Negativität durch die Medien.
00:09:00: Es herrscht eine komische, angespannte Grundstimmung.
00:09:02: Und ich finde, da ist es ganz wichtig, dass wir alle...
00:09:04: Auch im Internet.
00:09:05: Es ist einfach überall irgendwie so.
00:09:07: Und ich habe immer das Gefühl, viele Leute... kotzen sich im Internet dann auch so richtig aus.
00:09:11: Ja, und du liest manchmal Beiträge im Internet, die eigentlich sogar positiv oder sogar lustig und schön sind.
00:09:15: Und selbst darunter findest du negative Kommentare und... Ich persönlich, für mich, habe mir vorgenommen, in meinem eigenen Leben wieder mehr Positivität zu spüren und auch zu verbreiten, einfach um mich gegen das ganze Negative von außen mehr abzuschirmen.
00:09:26: Und dazu gehört zum Beispiel für mich auch, dass ich das nicht machen würde.
00:09:29: Ich würde nicht so einen negativen Kommentar zu irgendwas abgeben, was jemand mit Spaß und Freude und Herzflut gemacht hat.
00:09:35: Nee, das würde ich auch nicht.
00:09:36: Also da habe ich ja letztes Mal schon mal mit einem Freund drüber geredet, der dann irgendwie meinte, er hätte bei einem Video von einer, die getanzt hat geschrieben, das sieht aber bescheuert aus.
00:09:45: Dann habe ich ihn auch erst mal gefragt, was das denn überhaupt soll.
00:09:47: Warum?
00:09:48: Frau interessiert, was diese Freuen angeht.
00:09:51: Soll sie doch tanzen, soll sie doch Spaß haben.
00:09:53: Ich hab auch gesagt, was hast du davon, der quasi den Tag zu vermiesen und so.
00:09:57: Also ich hab manchmal das Gefühl, dass die eigenen negativen Gefühle dann irgendwie so projiziert werden und das finde ich eigentlich gar nicht so cool.
00:10:04: Wie gesagt, das betrifft nicht alle und das bedeutet auch nicht, dass ihr uns nicht kritisieren soll.
00:10:07: Das könnt ihr gerne machen.
00:10:08: Wir würden uns aber generell freuen, wenn ihr sagt, wenn euch was gefällt.
00:10:12: Und dass das so ein persönliches Anliegen, weil Sarah schon gesagt hat, wir sind ja auch nur Menschen.
00:10:17: Wir machen das Ganze für euch.
00:10:19: Wir machen das Ganze hobbymäßig.
00:10:20: Das ist nicht unser Job.
00:10:22: Wir sind im Prinzip euch gegenüber zu nichts verpflichtet.
00:10:25: Wir machen das, um euch einmal die Woche spannende Fälle zu präsentieren.
00:10:28: Und wir sind nicht irgendwie euer ... Eigentum.
00:10:30: Ich hab manchmal das Gefühl, manche Leute haben Besitzansprüche, die sagen, du musst jetzt so machen oder du musst jetzt mit dem Podcast aufhören.
00:10:37: Ich auch schon gehört, wo ich denke so, nein, warum soll ich denn, weil es einem nicht gefällt mit dem
00:10:42: Podcast aufhören.
00:10:43: Also eure Bücher sind ja ganz nett, aber euer Podcast ist scheiße.
00:10:47: Ja, okay, danke schön.
00:10:48: Ja, also das ist so, weißt du, dann hör uns nicht.
00:10:51: Es gibt ja genug Leute, die hören uns, genug Leute, die hören uns gerne, genug Leute, die sagen, ihr seid zum festen Ritual geworden.
00:10:57: Was uns natürlich mega freut.
00:10:58: Natürlich.
00:10:59: ganz, ganz, ganz viel.
00:11:00: Und auch manche sagen ja so, dass wir den über eine schwierige Phase hinweggeholfen haben oder einfach eine Stunde in eine Auszeit in der Woche ermöglichen und so.
00:11:09: Und das sind alle solche Rückmeldungen, die geben einem ganz, ganz, ganz, ganz viel.
00:11:13: Und die, ja, aus diesen Gründen machen wir das auch irgendwie für diese ganzen Menschen, die sich wirklich darüber freuen, die das wirklich zu schätzen wissen.
00:11:19: Und wie gesagt, konstruktive Kritik immer gerne her damit, aber einfach nur eine Auskotzung.
00:11:24: Bitte einfach nicht bei uns.
00:11:26: Bitte innerlich machen.
00:11:29: Wir wollen hier ein schönes, positives Umfeld irgendwie für alle haben, sofern das geht.
00:11:34: Ich meine, wir beschäftigen uns nach wie vor immer noch mit Mord.
00:11:36: Aber
00:11:37: gerade deswegen.
00:11:38: Wir haben hier ein ernstes Thema, wir haben hier traurige... Fälle, die einen manchmal auch wirklich mitnehmen.
00:11:42: Wenn man als Gegengewicht dazu eine Community hat, in der eine positive Grundstimmung herrscht, dann find ich das irgendwie ganz gut.
00:11:47: Ganz genau.
00:11:48: Also, ich glaub, wir haben jetzt auch lange geredet.
00:11:50: Aber ich glaub, zur Jahresabschlussfolge geht das auch mal, dass man ein bisschen länger quatscht.
00:11:54: Ich
00:11:54: glaub auch, und irgendwer wird ja auch bestimmt wieder den Zeitstempel in die Kommentare treiben, wenn der Fall anfängt.
00:11:58: Weil irgendeiner sagt hier immer, ab da, es wird's jetzt wichtig.
00:12:02: Aber eine Sache müssen wir trotzdem noch lernen, bevor es jetzt losgeht.
00:12:05: Und zwar wollen wir euch einen ganz kleinen Ausblick auf nächstes Jahr geben.
00:12:08: Da wird sich nämlich was ändern.
00:12:09: Ja, die uns bei Instagram, bei Mordhochzwei, die zwei ist ausgeschrieben, warum truegram-Podcast folgen, die wissen das auch schon.
00:12:17: Es wird sich nämlich einiges ändern.
00:12:19: Wir bekommen ein neues Cover.
00:12:22: Das heißt, ihr findet uns nicht mehr unter dem üblichen Bild, aber unter dem üblichen Namen.
00:12:26: Also, ich hoffe, dass euch trotzdem keine Folge verloren geht.
00:12:28: Wenn ihr da ganz sicher gehen wollt, dann abonniert uns am besten jetzt sofort.
00:12:32: Dann kann das nämlich nicht passieren.
00:12:33: Gute
00:12:33: Überleitung.
00:12:34: Super,
00:12:34: ne?
00:12:35: Außerdem bekommen wir ein neues Intro.
00:12:38: Da freue ich mich schon voll drauf.
00:12:39: Ich finde es richtig gut.
00:12:41: Also, es ist nicht mehr so scheppern laut.
00:12:44: Und das war zum Beispiel
00:12:45: eine Kritik, die super war.
00:12:46: Da hieß es nämlich, das Intro wäre viel zu krawallig.
00:12:50: Ja, so viel zu krawallig dafür, dass wir doch irgendwie sanfte Stimmen haben und wieder Podcast haben sich aufgezogen ist.
00:12:55: Und da haben wir uns auch lange drüber Gedanken gemacht und haben jetzt eben ein anderes Intro, von dem wir hoffen und glauben, dass es einfach besser dazu passt.
00:13:00: So eine Kritik ist super.
00:13:02: Ja, da kann man total gut mitarbeiten.
00:13:03: Und ich finde, so ein neues Intro auch echt schön.
00:13:05: Das haben wir gut hingekriegt, glaube ich.
00:13:06: Aber ich bin gespannt, wie ihr es findet.
00:13:07: Genau.
00:13:08: Außerdem gibt es ein neues Outro.
00:13:10: Es gibt einen neuen Vorspann-Trailer, wie auch immer, den sehen aber nur die Leute bei YouTube.
00:13:17: Also es lohnt sich vielleicht auch mal darin zu gucken.
00:13:19: Was sich allerdings nicht ändern wird, ist die Zeit, in der wir veröffentlichen.
00:13:23: Also wir bleiben dabei, wöchentlich einmal Dienstag zu veröffentlichen, zumindest so lange wir das so stemmen können und werden auch hin und wieder Donnerstags Mystery-Folgen machen.
00:13:32: Ganz genau.
00:13:33: Also ihr könnt euch schon mal freuen aus nächstem Jahr und auf unser neues tolles Intro und ich glaube, dann haben wir es auch.
00:13:38: Ja, okay, dann, also würde ich sagen, ist es auch vielleicht das richtige Stichwort, um in unseren heutigen Fall einzusteigen.
00:13:45: Und ich finde, der letzte Fall, zwei Tausendfünfundzwanzig, ist zugleich ein besonderer, und das aus mehreren Gründen.
00:13:51: Erstens, er wurde vor wenigen Wochen aufgeklärt und das nach fast acht Jahren.
00:13:57: Und zweitens, es ist einer der Fälle, mit den wir uns schon beschäftigt haben, bevor es Mordhoch II gab.
00:14:02: Das habt ihr ja gerade schon gehört.
00:14:05: Es ist auf jeden Fall einer dieser Fälle, über die wir ja schon stundenlang geredet haben und diskutiert haben.
00:14:11: Ja, und nach den neuesten Entwicklungen haben gleich mehrere von euch nach diesem Fall gefragt und deswegen finden wir es jetzt der perfekte Zeitpunkt.
00:14:19: Also, nach der Werbung starten wir mit dem Fall von Jennifer Scharinger.
00:14:28: Jennifer, die von allen nur Jenny genannt wird, wird nineteenhundertsechsundneinzig im Weinviertel in Niederösterreich geboren.
00:14:34: Genauer in Hollerbrunn.
00:14:37: Sie wächst in Hanftal auf, einem beschaulichen Örtchen bei La an der Taia.
00:14:42: Jenny hat zwei Schwestern, aber sie ist der Mittelpunkt der Familie.
00:14:46: Darum kämpft sie nicht, sondern es ist einfach so.
00:14:48: Vielleicht ist ihr Lächeln daran schuld, vielleicht ihre ganze Erscheinung.
00:14:54: Jenny ist groß und schlank, etwa ein Meter seventy-fünf, und sie sieht aus wie jemand, mit dem man Pferde stehlen und dann drüber lachen kann.
00:15:01: Jenny trägt ihr Haar braunen Mittel lang.
00:15:04: Sie hat es aber auch schon mal ganz hell blond getragen.
00:15:07: Sie kleidet sich sportlich und legär, unkompliziert und gratlinig.
00:15:12: So könnte man auch ihren Charakter beschreiben, denn Jenny geht schon immer ihren eigenen Weg.
00:15:17: Mit sechzehn bricht sie die Schule ab und sucht sich einen Job.
00:15:21: Später holt sie ihre Matura, also das österreichische Abi, danach, zieht nach Wien und beginnt mit einem Studium im Bereich Jus.
00:15:29: In Deutschland ist das Jura.
00:15:31: Nebenher arbeitet sie bei einer Sozialversicherung.
00:15:35: Sie wohnt zu dem Zeitpunkt mit ihrem Freund Patrick, so nennen wir ihn hier, in der Ostbilgasse in Wien-Brigitte-Nau.
00:15:41: Das ist eine unauffällige, saubere Straße, direkt gegenüber von einem Spielplatz.
00:15:46: Die zwei sind erst vor Kurzem eingezogen.
00:15:49: Jenny gefällt es dort und ihr gefällt auch ihr Job.
00:15:53: Gerade erst hat sie eine neue Stelle begonnen und fühlt sich dort richtig wohl.
00:15:57: Ihr Leben wirkt auf den ersten Blick total unbeschwert, aber der erste Blick täuscht manchmal.
00:16:02: Und wie sehr?
00:16:03: Das werden wir in dieser Folge nach und nach aufdecken.
00:16:07: Denn dunkle Schatten haben sich schon längst über das Leben von Jenny gelegt.
00:16:11: Schatten, die sie bald verschlucken werden.
00:16:15: Es ist Jenny's Mutter Brigitta, die am XXI.
00:16:18: Januar als erste merkt, dass etwas nicht stimmt.
00:16:22: An diesem Tag kommt Jenny mit Patrick zu Besuch.
00:16:26: Patrick stammt aus dem Waldviertel, ebenfalls in Niederösterreich.
00:16:31: Er ist vierundzwanzig Jahre alt.
00:16:33: Gelernter Gerbner, ein unauffälliger Typ.
00:16:37: Dunkelblondes Haar, nicht sehr groß, schmale Lippen.
00:16:42: Genau wie Jenny ist er in Wien ein zugezogener.
00:16:45: Jenny hat ihn an diesem Tag im Schlepptau und Brigitta findet, dass ihre Tochter irgendwie angespannt wirkt.
00:16:53: Sie essen zusammen und Jenny erwähnt dabei, dass sie noch ein paar Hosen mitnehmen will, die sie wohl noch bei ihren Eltern im Kleiderschrank vermutet.
00:17:01: Nach dem Essen macht sie sich auf die Suche.
00:17:04: kann die Hosen aber nicht finden.
00:17:07: Und es kommt jetzt zu einem kleinen Streit zwischen Brigitta und Jenny, laut manchen Quellen wegen Patrick, weil er wohl, als er bei der Suche helfen wollte, in die Schränke geguckt hat, was Brigitta nicht gefällt.
00:17:20: Angeblich sagte sie ihm was dazu, und das machte dann wiederum Jenny sauer.
00:17:25: Es ist kein Riesen-Zoff, der dabei entbrennt, aber ein kleiner Konflikt, der dafür sorgt, dass Jenny an diesem Tag etwas macht, das sie sonst nie macht.
00:17:34: Sie verlässt ihr Eltern aus, ohne ihre Mutter zum Abschied umarmt zu haben.
00:17:40: Brigitta macht sich deswegen keine größeren Gedanken.
00:17:43: Zumindest noch nicht.
00:17:45: Aber es wird eine Zeit kommen, in der sie diesen Abschied ohne Umarmung, ohne liebe Worte, ohne gute Wünsche sehr bedauern wird.
00:17:55: Doch bleiben wir noch einen Moment bei Jenny.
00:17:58: Nach dem Besuch und dem Essen bei Brigitta fährt sie mit Patrick noch bei einer ihrer Schwestern vorbei.
00:18:03: Dann geht es zurück nach Wien.
00:18:05: Denn Jenny ist am Abend mit ihrer Freundin Alexandra verabredet.
00:18:09: Und hier sind wir wieder bei der Einleitung angelangt.
00:18:13: Im Cocktailabend zwischen zwei Freundinnen, bei dem sie einfach ausgelassen sind und Spaß haben.
00:18:18: In manchen Quellen steht allerdings, sie hätten auch über Beziehungsprobleme geredet, bei Jenny.
00:18:24: Doch jetzt gerade deutet nichts daraufhin.
00:18:27: Jenny und Patrick machen, nachdem er sie mit seinem gelben Toyota abgeholt hat, noch ein Selfie.
00:18:33: Es zeigt die beiden gemeinsam in der Tiefgarage des Wohnhauses in der Auspillgasse.
00:18:37: Beide grinsen in die Kamera und scheinen gut drauf zu sein.
00:18:41: Bin safe, schreibt sie.
00:18:43: Dann nichts mehr.
00:18:45: In den kommenden Tagen schreibt ihre Mutter Brigitte ihr Mehrfach per WhatsApp.
00:18:50: Sie bekommt keine Antwort, denkt sich aber nicht, dass Jenny vielleicht noch beleidigt ist.
00:18:55: Stattdessen vermutet sie, dass ihre Tochter ganz einfach auf der Arbeit viel zu tun hat.
00:19:00: Und so vergehen die Tage.
00:19:02: So vergeht der Alltag.
00:19:03: Und die ganze Zeit denkt Brigitta, dass alles gut ist bei Jenny und sie ebenfalls ihrem Alltag nachgeht.
00:19:09: Bis zum dreißigsten Januar.
00:19:11: Dem Tag, der alles für immer verändern soll.
00:19:16: An diesem Tag öffnet sich die Tür des Polizeipräsidiums in der Taubstummgasse in Wien.
00:19:21: Und ein Mann kommt herein.
00:19:24: Vielleicht wirkt er etwas unsicher, als hätte er das, was er nun vorhat, noch nie zuvor getan.
00:19:30: Er tritt an den Empfang und sagt, er wolle jemanden als vermisst melden.
00:19:36: Seine Angestellte bei der Sozialversicherung, die nach ein paar freien Tagen nicht mehr zur Arbeit erschien, sei.
00:19:43: Auch erreichbar war sie nicht.
00:19:45: Routiniert fragen die Polizisten nach dem Namen der Frau.
00:19:49: Und der Mann erwidert Jennifer Scharinger.
00:19:54: Am selben Tag um zweiundzwanzig Uhr dreißig steht die Polizei vor der Tür von Jennys Elternhaus und erkundigt sich, ob die Eltern wissen, wo Jenny sei.
00:20:03: Brigitta trifft fast der Schlag.
00:20:06: Ist Jenny denn nicht zu Hause?
00:20:09: Als sie realisiert, dass ihre Tochter vermisst wird, zieht es ihr den Boden unter den Füßen weg.
00:20:15: Jetzt ergeben sie einen Sinn, die vielen Nachrichten, die nicht beantwortet wurden.
00:20:20: Aber Jenny wird doch nichts zugestoßen sein, oder?
00:20:24: Die Polizei jedenfalls nimmt die Sache ernst und eine öffentliche Suche nach Jenny wird eingedeitet.
00:20:30: Bilder von ihr gehen durch die Presse und es wird um Hinweise gebeten.
00:20:35: Und tatsächlich dauert es nicht lange, bis die ersten Sichtungen von Jenny gemeldet werden.
00:20:41: Sie soll in Wien unterwegs sein, wird mal hier, mal da gesichtet.
00:20:45: Auch beim Verlassen der Wohnung soll sie gesehen worden sein, und zwar schon am XX.
00:20:50: Januar, also direkt am Tag nach dem Treffen mit Alexandra.
00:20:55: Die Hausbesorgerin, das ist wohl so eine Art Hausmeisterin, will sie am Mittag beim Verlassen ihrer Wohnung gesehen haben.
00:21:02: Jenny sei blass gewesen und sie habe sie angesprochen und danach gefragt.
00:21:07: Aber Jenny habe nur erwidert, ich habe jetzt keine Zeit, alles ist in Ordnung.
00:21:12: Dann sei sie verschwunden.
00:21:14: Nur wohin?
00:21:15: Und warum so lange?
00:21:17: Aus welchem Grund sollte Jenny untergetaucht sein?
00:21:20: Aus welchem Grund sollte sie sich in der Stadt verloren haben?
00:21:25: Hat sie Probleme, von denen keiner weiß?
00:21:28: Und falls ja, weshalb wendet sie sich damit nicht an ihre Familie, an ihre Freunde oder an ihren Freund?
00:21:36: Patrick jedenfalls wird jetzt auch von den Ermittlern unter die Lupe genommen.
00:21:40: Da er mit Jenny zusammen wohnt, muss er Rede und Antwort stehen und dabei enthüllt er etwas, das alle, die Jenny und ihn kennen, überrascht.
00:21:49: Sie sind gar nicht mehr zusammen.
00:21:51: Patrick berichtet, dass er und Jenny sich am zwanzigsten Januar getrennt haben.
00:21:55: Sie habe ihn aus der Wohnung geworfen und sei dann ins Ausland abgehauen.
00:22:01: Er sei noch ein paar Mal da gewesen, um Sachen zu holen, habe Jenny aber nicht mehr angetroffen.
00:22:06: Den Ermittlern erscheint diese Aussage seltsam.
00:22:09: Eine junge Frau, die mitten im Leben steht und dann plötzlich ins Ausland abhaut, andererseits sind da die Sichtungen von Jenny in Wien.
00:22:17: Wurde sie auf dem Weg zum Bahnhof gesehen?
00:22:20: Oder zum Flughafen?
00:22:22: Oder lügt Patrick?
00:22:24: Die Ermittler sehen sich genauer in der Wohnung um und stellen fest, Jennys Handy, ihr Pass, ihr Geld und ihre persönlichen Sachen sind dort.
00:22:33: Wenn sie gegangen ist, dann hat sie wortwörtlich alles hinter sich gelassen.
00:22:37: Würde man das tun?
00:22:39: Nicht mal das Handy mitnehmen?
00:22:40: Nicht mal Bargeld?
00:22:42: Die Ermittler vertrauen Patrick nicht und besorgen sich das Bewegungsprofil seines Handys, um zu prüfen, wo er nach der Nacht vom XXI.
00:22:50: auf den XX.
00:22:51: Januar gewesen ist.
00:22:53: Also nach dem Selfie, das nachweislich Jennys letztes gesichertes Lebenszeichen war.
00:22:58: Und sie finden heraus, sehr kurz danach war er in entlegenen Gebieten in Niederösterreich unterwegs.
00:23:05: Im Bezirk Heulerbrunn am Stausee Ottenstein im Raum Schrems.
00:23:10: Damit konfrontiert, gibt Patrick an, er habe nach der Trennung absolute Ruhe gesucht.
00:23:15: Die Ermittler zweifeln nach wie vor.
00:23:18: Die Gebiete, in denen er unterwegs war, werden abgesucht.
00:23:21: Mit Hunden, mit Tauchern.
00:23:23: Aber niemand findet etwas.
00:23:26: Dort draußen gibt es keine Spur von Jenny.
00:23:29: In der Stadt gab es immerhin die Sichtungen.
00:23:32: Dann sagt Patrick vielleicht die Wahrheit, oder?
00:23:35: Dann ist sie vielleicht doch auf eigene Faust verschwunden, oder nicht?
00:23:39: Zweifel bleiben und so werden Patricks Online-Aktivitäten überprüft, genau wie seine elektronischen Geräte.
00:23:46: Und dabei machen die Ermittler zwei Entdeckungen, die es ihnen eiskalt den Rücken hinunterlaufen lassen.
00:23:53: Erstens, sie finden heraus, dass Patrick nach KO-Tropfen und Drogen im Getränk geguggelt hat.
00:24:00: Natürlich sprechen sie ihn darauf an und er erklärt, er habe das selbst mal testen wollen, also an sich.
00:24:07: Er sei neugierig gewesen.
00:24:09: Das zweite, was die Ermittler herausfinden, ist, dass Patrick in der gemeinsamen Wohnung mit Jenny wohl Kameras installiert hat.
00:24:16: Denn aus seinem Handy finden sie heimliche Aufnahmen von ihr.
00:24:21: Manche zeigen sie nackt.
00:24:23: Klein laut gibt Patrick zu, er habe die Kameras installiert, um Schmuddelfilme zu drehen.
00:24:29: Nun springen allerdings Patricks Eltern für ihn in die Bresche.
00:24:33: Darum sei es gar nicht gegangen.
00:24:35: Die Kameras haben er viel mehr aufgestellt, um einen Drogendieler zu entlarven.
00:24:40: Aber was für ein Dealer?
00:24:42: Soll Jenny etwa ein Drogenproblem haben?
00:24:45: Dazu können Patricks Eltern nichts sagen, aber sie haben einen Verdacht, wo Jenny sein könnte.
00:24:51: Sie denken, sie hat sich nach Syrien abgesetzt.
00:24:54: Zum IS.
00:24:56: Sie habe schließlich schon lange ins Ausland gewollt.
00:24:59: Und jetzt als kleiner Reminder für euch.
00:25:03: Zwischen Jahrzehnten und Jahrzehnten, also in der Hochphase der Terrororganisation IS, sind tatsächlich einige Menschen aus Österreich oder auch aus Deutschland nach Syrien gereist, um sich dem IS anzuschließen.
00:25:17: Darunter auch einige junge Frauen und Mädchen.
00:25:20: Besonders bekannt ist der Fall zweier junger Wienerinnen namens Samra Ka und Sabina S. Die beiden waren damals erst sechzehn und fünfzehn Jahre alt.
00:25:30: Sie ging zwei tausend vierzehn nach Syrien und kam dort mutmaßlich auch ums Leben.
00:25:35: Samra soll als Ex-Klavin für neue Rekruten missbraucht worden sein und als sie schließlich fliehen wollte mit einem Hammer erschlagen worden sein.
00:25:44: Sabina soll zwei tausend neunzehn bei den Kämpfen um Raka gestorben sein.
00:25:48: Ein erschreckender Fall mit einem klaren Unterschied zu Jenny.
00:25:52: Samra und Sabina haben sich radikalisiert und sie haben ihren Familien entsprechende Botschaften hinterlassen.
00:25:59: Düstere Botschaften, laut denen sie ihre Familien erst im Paradies wiedersehen würden.
00:26:04: Passt so eine Einstellung zu der lebensfrohen Jenny?
00:26:08: Absolut nicht befinden alle, die sie kennen.
00:26:12: Es gab keine Anzeichen dafür, dass sie mit dem IS oder dem radikalen Islamismus irgendetwas zu tun hatte.
00:26:19: Es gab auch nie Anzeichen, dass sie Drogenprobleme hatte.
00:26:22: Oder den Wunsch wegzulaufen und unterzutauchen.
00:26:26: Patricks Eltern machen auch noch eine weitere Aussage, und zwar, dass Patrick Jenny an dem Tag, als sie sich getrennt haben, auf ein Problem angesprochen hätte, das sie hatte.
00:26:36: Dadurch sei sie dann so wütend geworden, dass sie sich trennte.
00:26:40: Und das, obwohl er ihr gerade einen Antrag haben wollen.
00:26:44: Ja, ich finde, das klingt schon alles ziemlich seltsam an dieser Stelle, oder?
00:26:49: Ja, das klingt alles wirklich seltsam.
00:26:51: Ich glaub, den Eltern auch kein Wort.
00:26:53: Also, ich mein, was für IS, warum sollte Jenny zum IS gegangen sein?
00:26:56: Und ich muss sagen, bei der Recherche haben mich die Eltern einfach komplett aufgeregt, aber jetzt... Wenn ich das noch mal höre,
00:27:02: find ich
00:27:02: sie eigentlich eher sehr armselig und sie tun mir fast schon wieder Leid.
00:27:06: Ich
00:27:06: glaub auch, dass das einfach so ein Versuch war, irgendeine Erklärung für etwas zu finden, von dem sie wahrscheinlich schon die Wahrheit gekannt haben.
00:27:13: Also ich glaube, sie wussten ziemlich genau, was da passiert ist, wollten das aber selber nicht wahrhaben und haben nach alternativen Lösungen und Erklärungen gesucht.
00:27:21: Das denke ich auch.
00:27:21: Und hatten wahrscheinlich auch einfach den Impuls, den wahrscheinlich alle Eltern haben, irgendwie ihr Kind zu schützen.
00:27:26: Das hat man ja auch immer wieder allein schon im Fall Gabby Petito.
00:27:29: Ähm, wo die Eltern des Täters eben auch versucht haben, ihn zu decken, ihn zu schützen.
00:27:33: Und ich glaub, das ist auch einfach irgendwie normal.
00:27:36: Ich glaube, du kannst das auch gar nicht so wahrhaben, wenn dein Kind quasi plötzlich so zum ... in einem Form, Stich, ein Monster geworden ist.
00:27:43: Und ich glaube, du suchst immer nach einer Erklärung, also in diesem Fall jetzt eben die andere Person, also Jenny, die muss doch irgendwas falsch gemacht haben.
00:27:50: Vielleicht waren Drogen im Spiel, vielleicht wollte sie sich radikalisieren.
00:27:54: Es muss doch irgendeinen Grund gegeben haben.
00:27:56: Ja,
00:27:56: ich denke auch, sie konnten sich einfach nicht vorstellen, dass ihr Sohn dahinter stecken sollte.
00:27:59: Und wenn, dann nicht ohne Grund, ne?
00:28:02: Genau.
00:28:03: Und ob das so ist oder nicht?
00:28:04: Lass mal weiter drüber sprechen.
00:28:06: Patrick's Eltern sagen außerdem noch, Jenny wäre doch bestimmt längst wieder da.
00:28:11: Sonst hätte man ja eine Leiche gefunden.
00:28:14: Und auch das ist ja ziemlich seltsam, denn wenn Jenny längst wieder da wäre, würde man ja nicht nach ihr suchen.
00:28:19: Also, das sind alles ziemlich komische Aussagen.
00:28:24: Aber Patrick kann man trotz seiner eigenartigen Machenschaften mit der Kamera und der Google Suche nach KO-Tropfen nichts nachweisen.
00:28:33: Und weiter steht die Frage im Raum, wo ist Jenny?
00:28:37: Was ist ihr zugestoßen?
00:28:40: Eine steht fest.
00:28:42: Sie taucht nicht wieder auf und es gibt auch kein Lebenszeichen.
00:28:46: Die Ermittler finden nun aber heraus, es sind doch Gegenstände gemeinsam mit Jenny verschwunden.
00:28:52: Und zwar die Kleidung, die sie bei dem Treffen mit Alexandra anhatte, eine getiegerte Decke, sowie ein großer, schwarzer Koffer.
00:28:59: Ein Koffer, das könnte doch noch für ein Untertauren sprechen.
00:29:03: Aber die Decke, die klingt nach etwas ganz anderem.
00:29:07: Jenny könnte darin eingesickelt worden sein, mit der Absicht, sie unauffällig verschwinden zu lassen.
00:29:13: Und das bleibt sie nun auch.
00:29:15: Verschwunden.
00:29:16: Spurlos.
00:29:18: Bis hierher wird immer wieder nach ihr gesucht.
00:29:22: Sogar Grabungen gibt es, und zwar dort, wo Patrick direkt nach der Trennung unterwegs war.
00:29:27: Irgendwann wird eine vergrabene Weste gefunden.
00:29:31: Brigitta ist der Meinung, sie könnte Jenny gehören.
00:29:33: Gewissheit gibt es jedoch keine.
00:29:36: Aber Brigitta denkt Tag und Nacht an ihre Tochter.
00:29:39: An das letzte Treffen, bei dem Jenny ging, ohne sich zu verabschieden.
00:29:43: Für Brigitta ist das, wie sie selbst sagt, eine Wunde, die nie heilen wird.
00:29:48: Manchmal geht sie in eine Kirche im Brigittenau, nahe bei Jennys Wohnung.
00:29:52: Dort findet sie Ruhe, wenn auch nur kurz.
00:29:55: Dann kreisen die Gedanken wieder.
00:29:57: Sie kreisen um Jennys letzte Nachricht an Alexandra.
00:30:00: Bin safe.
00:30:02: Jenny hat das Wort safe mit v geschrieben, obwohl es eigentlich mit f geschrieben wird.
00:30:07: Das findet Brigitta komisch.
00:30:09: Jenny ist gut in Rechtschreibung, auch in der Englischen.
00:30:12: Dieser Fehler passt nicht zu ihr.
00:30:14: Hat sie die Nachricht überhaupt selbst geschrieben?
00:30:17: Oder war sie schon nicht mehr am Leben, als sie geschrieben wurde?
00:30:20: Mehr und mehr reift im Brigitta ein Gedanke.
00:30:24: Sie glaubt nicht mehr dran, dass Jenny noch lebt.
00:30:26: Das ist ein brutaler Gedanke.
00:30:28: Ein harter Gedanke, der unendlich wehtut.
00:30:31: Aber sie will den Tatsachen ins Auge sehen.
00:30:34: Wäre Jenny noch am Leben, da ist sie sich sicher, dann hätte sie sich inzwischen gemeldet.
00:30:39: Aber das hat sie nicht.
00:30:41: Das Telefon schweigt.
00:30:43: Die Tür klingelt schweigt.
00:30:45: Jenny kommt nicht nach Hause.
00:30:47: Aus eigener Kraft kann sie das wahrscheinlich nicht mehr.
00:30:51: Und so beschließt Brigitta, dass sie etwas tun muss.
00:30:54: Jemand muss Jenny heimholen.
00:30:56: Und wer sollte das sein, wenn nicht sie, ihre Mutter?
00:31:00: Und so fängt Brigitta nun selbst an zu graben.
00:31:03: Und das nicht sprichwörtlich, sondern wortwörtlich.
00:31:07: Nach und nach lassen die offiziellen Suchmaßnahmen nach, aber dafür sucht jetzt sie.
00:31:12: Brigitta kennt die Gebiete, in denen Patrick nach Jennys verschwinden unterwegs war.
00:31:17: Und sie fängt an, sie zu durchkämmen.
00:31:19: bewaffnet, mit Schaufel und Metalldetektor.
00:31:23: Eine Hundeführerin hilft ihr.
00:31:26: Der Hund schlägt mehrfach in dem Gebiet an.
00:31:29: Brigitta engagiert auch einen Privatdetektiv, der sie zeitgleich als Anwalt vertritt.
00:31:35: Aber vor allem sucht sie.
00:31:37: Wenn sie Spaziergänger mit Hunden sieht, bittet sie diese ihr zu sagen, falls der Hund sich auffällig verhält.
00:31:44: Wenn die Leute dann nachfragen, erzählt sie Jennys Geschichte.
00:31:48: Und wenn keiner fragt, arbeitet sie sich einfach unermüdlich voran.
00:31:53: Sie ist überzeugt, irgendetwas muss sie finden.
00:31:58: Wenn Jenny in dem Koffer weggeschafft wurde, dann muss beispielsweise der Detektor auf den Reißverschluss anschlagen.
00:32:03: Immerhin ist dieser aus Metall.
00:32:07: Sie verliert nie die Hoffnung ihr Kind zu finden.
00:32:10: Wenn auch nicht lebend.
00:32:12: Aber wenn sie Jenny tot findet, dann ist das zumindest ein Abschluss.
00:32:16: Denn nichts ist schlimmer als die Ungewissheit.
00:32:20: Und die beschreibt Brigitta ziemlich eindrucksvoll.
00:32:24: Wir hängen in der Luft, als hätte jemand eine Bombe geworfen und dann auf die Stopp-Taste gedrückt, sagt sie in einem Interview.
00:32:31: Es ist wie eine Momentaufnahme in einem Video.
00:32:34: Der Augenblick kurz bevor das Schreckliche eintritt.
00:32:38: Während ihrer unermüdlichen Suche denkt Brigitta viel nach und kommt immer wieder zu ein und demselben Schluss.
00:32:46: Es war Patrick.
00:32:47: Es muss Patrick gewesen sein, der Jenny etwas angetan hat.
00:32:52: Aber leider kann man ihm nichts nachweisen.
00:32:55: Sogar sein Elternhaus wurde inzwischen auf den Kopf gestellt.
00:32:59: Ohne Erfolg.
00:33:01: Es gibt keinerlei Beweise gegen Patrick und so lebt er sein ganz normales Leben weiter.
00:33:08: Er beginnt neue Beziehungen.
00:33:10: Keine davon läuft wirklich gut.
00:33:13: Es kommt zu Gewalt, dann zur Trennung.
00:33:16: Manche der Frauen zeigen ihn an.
00:33:18: Manche stalkt er, nachdem sie Schluss gemacht haben.
00:33:21: Immer wieder gerät er ein Ärger mit der Polizei.
00:33:24: Und etwas schwebt dabei über ihm wie ein Dammurklers Schwert.
00:33:28: Der verdacht in Sachen Jenny.
00:33:30: Patrick hat das Gefühl, wegen ihres Verschwindens unter damaligen Ermittlungen gegen ihn nie gerecht behandelt zu werden.
00:33:37: Und so ändert er schließlich seinen Namen, was in Österreich unter gewissen Umständen legal möglich ist.
00:33:43: Er will Jenny hinter sich lassen.
00:33:45: Ein für alle Mal.
00:33:47: Aber es gibt da jemanden, den er nicht los wird.
00:33:49: Brigitta.
00:33:51: Sie lässt Patrick nach wie vor beschatten, hat ihn immer noch im Auge, stets mit dem Gedanken im Hinterkopf.
00:33:57: Er war es.
00:33:59: Er muss es gewesen sein.
00:34:01: Es passt zu ihm, Jenny getötet zu haben, weil sie sich trennen wollte.
00:34:05: Seine neuen Ex-Freundinnen berichten grausames über ihn.
00:34:08: Er habe Spaß daran gehabt, sie zu quälen.
00:34:11: Er scheint ein Sadist zu sein, frauenverachtend, besitzergreifend.
00:34:16: Er war es, er muss es gewesen sein.
00:34:19: Nur wie bekommt man ihn dazu es zu gestehen?
00:34:21: Während Brigitta händering nach einem Weg sucht ihn zu überführen, lebt Patrick sein ganz normales Leben.
00:34:27: Völlig unbehelligt.
00:34:29: Dann wird er eines Tages über Social Media angeschrieben.
00:34:32: Von einer Frau namens Viviane.
00:34:35: Patrick, der von einer scheiternen Beziehung in die nächste steupert, ist sofort interessiert und antwortet ihr.
00:34:41: Und er stellt fest, dass er und Viviane sofort auf einer Wellenlänge sind.
00:34:45: Die beiden schreiben sich erst oberflächlich, dann regelmäßig, und sie reden über alles Mögliche.
00:34:52: Er hat das Gefühl, dass er ihr Vertrauen, sich ja anvertrauen kann.
00:34:56: Patrick wird immer offen nahe gegenüber.
00:34:59: Die zwei verlagern in Gespräch auf WhatsApp, schicken sich Sprachnachrichten.
00:35:04: Und in einer davon gibt Patrick schließlich damit an, dass er weiß, wie man dem perfekten Mord begeht.
00:35:09: Ja, das ist auch was, womit man angeben sollte, ne?
00:35:11: Ja, denke
00:35:12: ich auch, ist auch ein super Eisbrecher beim Flirt.
00:35:15: Oh Mann.
00:35:16: Ja, aber was Patrick nicht weiß ist, Viviane existiert gar nicht.
00:35:21: Brigitta hat nämlich Anfang twenty-fünfundzwanzig einen bekannten Gebeten, Patrick unter falschem Namen anzuschreiben, um irgendwie die Wahrheit aus ihm herauszubekommen.
00:35:31: Der Bekannte hat den Plan sofort in die Tat umgesetzt und sich unter falschen Namen an Patrick herangepärscht, als Viviane.
00:35:38: Unter diesem Namen hat er ihn so lange eingewickelt, bis von Patrick eben diese aufstoßreiche Sprachnachricht kam.
00:35:44: Ich frag mich, ob er auch Sprachnachrichten zurückgeschickt hat und wenn ja, wie, ob er die mit KI gemacht hat oder so?
00:35:50: Das stimmt, da hab ich noch gar nicht drüber nachgedacht, aber es ist ja heutzutage, glaub ich, ziemlich
00:35:54: einfach.
00:35:54: Ja, also da schon vor ein paar Jahren, da hab ich mal für ein Buchtrailer, wollte ich mit Männerstimme reden und da ging das schon ziemlich problemlos.
00:36:00: Ja, vielleicht war das so, ne?
00:36:02: Ja.
00:36:03: Für Brigitta ist das jedenfalls ein Durchbruch.
00:36:06: Mit der Nachricht geht sie zur Polizei und tatsächlich nehmen die Ermittler diese Neuigkeit sehr ernst.
00:36:12: Laut Medien übernimmt jetzt eine verdeckte Veranderin den Kontakt und trifft sich sogar mit Patrick, aber ihm ist dadurch nichts weiter zu entlocken.
00:36:20: Also berufen die Ermittler Patrick erneut zur Vernehmung ein.
00:36:24: Aber Patrick leugnet.
00:36:26: Das sei doch nur True Crime Gequatsche gewesen, sagt er in etwa.
00:36:30: Wenige Tage später folgt dann jedoch die Wende.
00:36:33: Patrick sucht erneut die Polizei auf und stellt sich.
00:36:37: Die Ermittler trauen ihn in Augen nicht, aber er bestätigt es, er möchte sich stellen und er will sie zur Leiche von Jenny führen.
00:36:45: Zunächst gesteht er nun, was wirklich geschehen ist.
00:36:49: Nach einem Streit, weil Jenny sich trennen wollte, hat er sie am XX.
00:36:53: Januar, in der gemeinsamen Wohnung umgebracht.
00:36:58: Die ganzen Sichtungen haben nie stattgefunden.
00:37:02: Nach dem letzten Selfie hat Jenny die Wohnung nicht mehr leben verlassen.
00:37:07: Wann genau sie starb, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bekannt.
00:37:11: Ob sie das Selfie selbst verschickt hat, wissen wir daher auch noch nicht.
00:37:15: Fest steht nur, Patrick gibt bei der Polizei an, dass sie sich schon länger habe trennen wollen.
00:37:22: Und als sie das Nunelitat umsetzte, sei er völlig ausgetickt.
00:37:26: Er hat Jenny gepackt und von hinten gewürgt und dabei gleichzeitig stumpfe Gewalt ausgeübt.
00:37:32: wie es in den Medien heißt.
00:37:34: Also wahrscheinlich hat er zugleich, so brutal das auch klingen mag, auf sie eingeschlagen und währenddessen hat er sie gewürgt, bis er keinen Puls mehr spüren konnte.
00:37:43: Dann hat er sie entkleidet, in eine Holztour gelegt und ist mit ihr in ein Waldstück bei Großweikastorf gefahren, wo er ihre Leiche unter Ästen und Blättern versteckt hat.
00:37:54: Und kurze Anmerkung hierzu?
00:37:56: In manchen Quellen steht auch, dass er ihre Leiche in einem Koffer aus der Wohnung gebracht hat statt in einer Holzkiste.
00:38:02: Und wir finden das wegen des Verschwundenen Koffers, ehrlich gesagt, ein bisschen realistischer.
00:38:07: Als deine März, zwei Tausend Achtzehn, sein Handy beschlagnahmt wurde, bekam er Angst, dass man den Ablageort von Janis Leiche jetzt vielleicht orten könnte.
00:38:16: Und er fuhr noch mal dorthin, um sie woanders hinzubringen.
00:38:20: Er wickelte sie in Planen und brachte sie zum Truppenübungsplatz Allensteig.
00:38:26: Das ist militärisches Sperrgebiet und der größte Truppenübungsplatz in Niederösterreich.
00:38:31: In manchen Medien steht jetzt, Jenny wäre auf dem Gelände gefunden worden.
00:38:36: In manchen aber auch, dass ihre Überreste nahe dem Gelände gelegen haben.
00:38:41: Wahrscheinlich eher Letzteres, denn wie soll sich Patrick Zutritt zu dem Sperrgebiet verschafft
00:38:45: haben?
00:38:47: In jedem Fall hat er sie dort in der Gegend verschadet.
00:38:50: Und hier liegt sie immer noch, als er die Polizei im Dezember, zwei tausendfünfundzwanzig, endlich zu ihren sterblichen Überresten führt.
00:38:59: Es sind nur noch Knochen.
00:39:01: Aber immerhin sind es Knochen.
00:39:03: So sieht das zumindest Brigitta.
00:39:06: Nach fast acht quälenden Jahren ist die Bombe endlich geplatzt.
00:39:10: Aber die Stille nach dem Knall hat etwas Reinigen das an sich.
00:39:14: Es ist vorbei.
00:39:16: Jenny ist nicht mehr da, aber sie ist auch nicht mehr verschwunden.
00:39:20: Und Brigitta hatte die ganze Zeit recht.
00:39:23: Es war Patrick.
00:39:25: Er musste es gewesen sein und er war es.
00:39:29: In seinem unfassenden Geständnis berichtet Patrick, dass er bei dem Mord an Jenny Stimmen im Kopf gehabt hat.
00:39:35: Und dass er danach versucht habe, sich selbst neu zu erfinden.
00:39:39: Auch mit der Namensänderung.
00:39:42: Sein Gewissen habe ihn gequält und er habe den alten Patrick den Mörder hinter sich lassen wollen.
00:39:48: Aber Jennys Mutter habe das nicht zugelassen.
00:39:51: All die Jahre habe sie ihn immer wieder an das erinnert, was er getan hat.
00:39:55: bis er es nicht mehr aushielt und unter dem wachsenden Druck gestand.
00:40:00: Ja, auch mal Kerl, ne?
00:40:01: Ja, tut mir auch richtig, richtig leid, weil er seinen ganzen anderen späteren Partnern sich gegenüber auch so super verhalten
00:40:07: hat.
00:40:07: Ja, ja, da merkt man richtig, dass er sich ändern wollte.
00:40:10: Das ist so ein... Entschuldigung, aber billiger Trick dann.
00:40:12: Ja, ich ändere meinen Namen, da bin ich ne neue Person.
00:40:14: Das war doch mit Sicherheit wirklich nur deswegen, weil er dann gehofft hat, dass wenn er zu seiner nächsten Partnerin auch wieder gewalttätig ist, dass die Polizei nicht so schnell den Zusammenhang zu Jenny zieht.
00:40:22: Ja, das glaub ich auch.
00:40:23: und weil er einfach in Ruhe gelassen werden wollte.
00:40:26: Ich mein, man kannte seinen Namen und er hat wahrscheinlich auch einige Nachrichten bekommen und so was und wollte sich einfach nur selber schützen.
00:40:32: Das hatte nichts damit zu tun, dass er den Mörder hinter sich lassen wollte.
00:40:35: Und da stellte ich ihm jetzt einfach mal.
00:40:37: Ja,
00:40:37: da geh ich mit, das glaub ich auch nicht.
00:40:40: Der Mord an Jenny ist jetzt auf jeden Fall als typischer Femizid klassifiziert worden.
00:40:45: Also ein Mord an einer Frau vereinfacht gesagt, weil sie eine Frau ist.
00:40:49: In diesem Fall könnte euch das so herleiten.
00:40:52: Männer können sich in der Regel von ihrer Partnerin trennen, ohne zu befürchten, von ihrer Morde zu werden.
00:40:58: Andersherum ist es leider nicht grundsätzlich der Fall.
00:41:02: Es heißt nie sein Frauen so vulnerabel wie im Moment der Trennung.
00:41:06: Denn manche Männer ticken dann aus und bringen die Frau um.
00:41:10: Und das ist ein strukturelles Problem, das leider viel zu oft auftritt.
00:41:14: Schlussendlich auch im Fall Jenny.
00:41:17: Am Sonntag, dem vierzehnten Dezember, zwei tausendfünfundzwanzig, gab es in Wien am Heldenplatz ein Gedenken an Jenny, eine Mahnwache.
00:41:23: Hier wurde nicht nur ihr gedacht, sondern den zweihundertachzehn Frauen, die seit ihrem verschwindenen Österreich offiziell Opfer eines Femizies wurden.
00:41:32: So wie Jenny.
00:41:34: Brigitta sagt, dass sie ihre Tochter nur nach all den Jahren endlich heimholen will.
00:41:39: Ihre sterblichen Überreste sollen eingeäschert werden und dann soll die Urne bei einem Rosenbusch im Garten beigesetzt werden.
00:41:45: den Jenny als Kind gepflanzt hat.
00:41:48: Dann ist sie endlich zu Hause.
00:41:51: Nicht mehr so wie früher, nicht mehr lautend lebendig und fröhlich, sondern mehr wie ein stiller Begleiter, beschützt von ihrer Familie, die sie nie vergessen hat.
00:42:00: Die immer darin geglaubt hat, dass Jenny eines Tages heimkommen wird.
00:42:10: Ja, also das war der Fall von Jenny Scharinger und wie wir ja vorhin schon gesagt haben, ist das unsere letzte Folge für dieses Jahr.
00:42:17: Wir möchten jetzt aber nicht einfach Tschüss sagen, sondern wir möchten gerade aus dem Grund, dass der Fall jetzt so ausgegangen ist, nochmal auf das Thema Femizide hinweisen.
00:42:25: Aber nicht indem wir jetzt zum wiederholten Mahle darüber reden, warum es da so hohe Zahlen gibt und was passieren müsste, um Femizide zu vermeiden.
00:42:33: Sondern wir möchten euch ein paar Namen mitgeben oder besser gesagt zuerst ein paar Zahlen.
00:42:38: Zwei-tausendfünfundzwanzig gab es hier in Deutschland bisher, stand fünfzehnter Dezember zwei-tausendfünfundzwanzig hundertdreißig Morde an Frauen, die unter diesen Begriff fallen.
00:42:50: Die Zahl stammt von der Organisation Neunaminus, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, auf Chemizide hinzuweisen.
00:42:57: Es sind nur wenige Namen bekannt, aber da wir zwei-tausendfünfundzwanzig haben, möchten wir jetzt fünfundzwanzig Namen dieser Frauen vorlesen.
00:43:05: Damit bewirken wir nichts, außer eben, dass ihre Namen gesagt werden.
00:43:09: dass an sie erinnert wird, stellvertretend für all die anderen Opfer.
00:43:13: Denn in den Medien werden sie oft zu anonymen Schlagzeilen, wenn überhaupt.
00:43:18: Da solche Taten einfach so oft passieren, dass sie es häufig kaum noch auf die Titelseiten schaffen.
00:43:25: Also, bevor wir euch gleich ins neue Jahr schicken, kommen hier ein paar Sekunden, die den Personen gehören, über die wir hier so oft sprechen.
00:43:33: Den Frauen, die leider genau wie Jenny nicht mehr da sind, obwohl sie es sein sollten.
00:43:44: Dylan,
00:43:46: Doreen,
00:43:48: Anna,
00:43:49: Shadia,
00:43:51: Laura Kim,
00:43:52: Alexandra,
00:43:54: Fatma,
00:43:55: Valerie,
00:43:57: Gülsa,
00:43:58: Dilek,
00:44:00: Linda,
00:44:02: Emma,
00:44:03: Fatma,
00:44:05: Irena,
00:44:06: Leila,
00:44:08: Steffi,
00:44:09: Emmat,
00:44:11: Nicole,
00:44:12: Belinda,
00:44:14: Claudia,
00:44:15: Marie, Ja, an alle die noch da sind, danke fürs Zuhören.
00:44:31: Und ich glaube, das war jetzt irgendwie ein ziemlich schwermütiger Moment, denn auch wenn man nur die Namen hört, kann man sich anhand von Jennys Geschichte ganz gut vorstellen, was diese Frauen in den letzten Momenten ihres Lebens durchmachen mussten.
00:44:43: Und man kann nur immer wieder sagen, keine dieser Taten ist durch irgendwas zu rechtfertigen.
00:44:48: Jede dieser Frauen sollte heute noch am Leben sein.
00:44:51: Und man kann nur hoffen, dass das neue Jahr nicht auch wieder so viele solcher schrecklichen Taten mit sich bringt.
00:44:56: Ja, das hoffe ich auf jeden Fall auch.
00:44:59: Jetzt wollen wir aber nicht, dass ihr schwermütig ins neue Jahr geht.
00:45:03: Also erstens auch das positive Sehen.
00:45:06: Auch wenn Dennis Fall absolut schrecklich ist, hat ihre Familie jetzt zumindest Ruhe und Gewissheit.
00:45:13: Und ich glaube, wir sind heute alle ganz besonders froh, dass wir in Sicherheit sind.
00:45:17: dass es uns gut geht, dass wir einfach diesen Podcast aufnehmen können und dass ihr diesen Podcast hören könnt.
00:45:23: Ja, und wir freuen uns natürlich auch schon wie verrückt auf das neue Jahr mit euch.
00:45:27: Wir haben dann auch wieder ganz, ganz viele bewegende Fälle für euch im Gepäck fest versprochen.
00:45:31: Ja, wenn ihr Fallvorschläge habt, dann bitte immer gerne her damit.
00:45:34: Ihr wisst, unsere Liste wächst und wächst und wächst, aber einige von euren Fallvorschlägen haben wir ja auch schon bearbeitet, also zögert nicht uns die zu schicken.
00:45:42: Wir können aber nicht versprechen, dass wir die immer alle und sofort bearbeiten können, weil wir haben auch so viele eigene Sachen, die wir irgendwie gerne machen wollen.
00:45:49: Es ist so, man kommt so von einem Rabbit Hole ins nächste, weil man recherchiert.
00:45:52: Ja, man springt wirklich nur noch so von Loch zu Loch.
00:45:54: Ja, das ist so.
00:45:55: Und dann denkt man, ach, ich möchte den Fall machen und dann, was ist das denn?
00:45:58: Und dann notiert man sich das wieder.
00:45:59: Und echt, ich war für sie mittlerweile bei einer Liste mit zwei Hundert Fällen oder so.
00:46:04: Ja,
00:46:04: wir freuen uns auf jeden Fall, wenn ihr auch im nächsten Jahr Mordtuch zwei weiter begleiten würdet, wenn ihr uns unterstützt und wenn wir alle ein bisschen positiver ins neue Jahr gehen würden.
00:46:13: Ganz genau.
00:46:14: Und bis dahin wünschen wir euch jetzt auf jeden Fall einen guten Rutsch.
00:46:17: Feiert schön Silvester, passt auf euch auf.
00:46:19: Genau.
00:46:20: Passt auf eure Getränke auf.
00:46:21: Wenn ihr feiern seid, macht nicht irgendwelchen Quatsch mit Böllern oder sowas.
00:46:25: Genau.
00:46:25: Bitte nicht die Hände wegspringen.
00:46:27: Kommt
00:46:28: gesund ins neue Jahr.
00:46:29: Gesundheit ist das Wichtigste.
00:46:30: Ganz genau.
00:46:31: Und wir hören uns dann, zwei tausend sechsundzwanzig, wieder.
00:46:34: guten Rutsch.
00:46:35: Bis dann.
00:46:35: Tschüss.
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