#92 Verschwunden im Fjord: Auswanderer-Albtraum in Norwegen
Shownotes
Anna und ihr Ehemann Thorsten wollten einen Neubeginn in der norwegischen Idylle . Zuerst lief die Auswanderung des Hamburger Paares auch wie aus dem Bilderbuch - aber dann war Anna auf einmal spurlos verschwunden. Ihr Ehemann fand auf Facebook eine letzte Nachricht von ihr. Was geschah mit Anna? In dieser Folge finden wir es mit euch heraus.
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Credit: MORD HOCH ZWEI Ein Podcast von Nadine d’Arachart und Sarah Wedler Hosts, Redaktion, Produktion und Schnitt: Nadine d’Arachart, Sarah Wedler / d’Arachart Wedler GBR Kontakt: kontakt@darachartwedler.de
Shownotes:
Quellen (Auswahl): https://www.stern.de/panorama/verbrechen/stern-crime/fallgeschichten/traum-vom-neuanfang--wie-ihr-neues-leben-in-norwegen-endete-35042176.html?cc_bust=1768396849837 https://www.spiegel.de/panorama/justiz/mord-in-norwegen-deutscher-nach-toetung-von-ehefrau-verurteilt-a-1006743.html https://www.abendblatt.de/hamburg/polizeimeldungen/article127702063/Die-Tote-im-Fjord-ist-es-Agnes-M-aus-Hamburg.html https://ms-aktuell.de/true-crime/mord-am-lysefjord-die-geschichte-der-agnes-m/ https://www.welt.de/vermischtes/article134683693/Deutsche-Auswanderer-Das-bizarre-Gestaendnis-beim-Mord-am-Fjord.html https://www.sueddeutsche.de/panorama/mysterioeser-mordfall-in-norwegen-sie-fuehlte-sich-in-ihrem-job-gemobbt-1.2236333
Bildlizenz: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.de https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de
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Transkript anzeigen
00:00:02: Stell dir vor, du bist im wunderschönen Norwegen.
00:00:06: Stell dir vor, ein glasklarer, tiefer
00:00:09: Fjord
00:00:09: befindet sich unweit deines Hauses.
00:00:13: Du und deine Lieben, ihr habt an diesem idyllischen Ort einen Neuanfang gestartet.
00:00:19: Es soll alles besser werden.
00:00:21: Zwar sind die Umstände ein bisschen anders als in Deutschland.
00:00:26: Die Verkehrsanbindungen sind schlecht und um von einem Ort zum anderen zu gelangen, muss man des Öfteren die Fähre benutzen.
00:00:34: Trotzdem seid ihr glücklich.
00:00:37: Zumindest bis zu diesem einen verhängnisvollen Tag, an dem du eine geliebte Person zur Fähre fährst.
00:00:44: Sie möchte in der Stadt einen lustigen Abend mit Freunden verbringen.
00:00:48: Danach will sie dich anrufen, um sich von dir abholen zu lassen.
00:00:52: Doch es kommt kein Anruf.
00:00:55: Die Person taucht nicht wieder am Fernleger auf.
00:00:58: Stattdessen schreibt sie dir noch in derselben Nacht eine Nachricht auf Facebook.
00:01:04: Ich liebe dich, steht darin.
00:01:06: Danach bricht jeglicher Kontakt ab.
00:01:09: Du wartest drei Tage.
00:01:12: Drei Tage, in denen dich eure Kinder mit Fragen löchern.
00:01:16: Fragen, auf die du keine Antwort hast.
00:01:19: Und dann schließlich gehst du zur Polizei.
00:01:22: Du siehst keinen anderen Ausweg mehr.
00:01:25: Doch was dann ans Licht kommt, damit hättest du nicht gerechnet.
00:01:57: Achtung, das hier ist ein True Crime Podcast.
00:02:00: Es werden möglicherweise Themen behandelt, die verstörend wirken oder dich triggern könnten.
00:02:08: Ja und damit herzlich willkommen bei Mordhochzwei.
00:02:11: Ich bin Nadine
00:02:12: und ich bin Sarah.
00:02:13: Und eigentlich sind wir Thriller-Autorinnen.
00:02:16: Doch hier und heute beschäftigen wir uns mal wieder mit einem wahren Verbrechen.
00:02:19: Denn bei Mordhochzwei geht es um wahre Verbrechen, mysteriöse Morde und rätselhafte Vermisstenfälle.
00:02:26: Wir versuchen vor allen Dingen Fälle zu behandeln, die in der True Crime Bubble noch nicht so bekannt sind.
00:02:31: Manchmal, so wie heute, haben wir allerdings auch Fälle, die schon ein bisschen häufiger am Internet diskutiert worden sind.
00:02:37: Ja und auf unseren heutigen Fall bin ich gestoßen, ja, jag ja immer noch meiner neuest Challenge nach.
00:02:43: Ich hab euch ja schon bei Instagram erzählt, dass ich in der Regel mysteriöse, vermissten Verlamm aller liebsten behandle.
00:02:49: Das kann ich aber natürlich nicht in jeder Folge machen, leider, leider.
00:02:52: Und ihr habt euch... in der letzten Zeit drei verschiedene Arten von Fällen gewünscht.
00:02:57: Nämlich kam häufiger der Wunsch auf nach Fällen wie in Skandinavien spielen.
00:03:02: Als zweites wolltet ihr gerne, dass wir mal ein Fall über einen Serienmörder machen.
00:03:07: Ja, und als drittes gingen die Anfragen öfter mal so in Richtung der White Tiger Folge, also es ging so ein bisschen um Gefahren im Internet.
00:03:14: Ja, und ich habe mich jetzt entschieden, dass ich die Vermisstenfälle jetzt mal so ein bisschen zurückstelle und mich eben diesen drei Themen widme.
00:03:22: Und deswegen geht es in unserem heutigen Fall auch nach Norwegen.
00:03:25: Ja, und da ihr uns in der letzten Zeit auch ganz ganz viele Kommentare danke dafür und auch persönliche Nachrichten geschickt habt und darin geschrieben habt, dass ihr das eigentlich ganz gut findet, wenn wir am Anfang und auch mal zwischendrin so ein bisschen unsere persönlichen Erfahrungen einfließen lassen, ja, dann würde ich das jetzt gleich mal machen.
00:03:44: Und ich will dich mal fragen, Sarah.
00:03:45: Norwegen, also du warst da ja schon mal, ich war da auch schon mal, würdest du da hinziehen?
00:03:50: Wenn ja, warum?
00:03:51: Wenn nein, warum nicht?
00:03:52: Ja, also ich muss sagen, wenn ich darüber nachdenke, dann sagt so eine Stimme in mir auf jeden Fall sofort ja, weil Norwegen ist einfach richtig, richtig schön.
00:04:03: Und gerade diese Ruhe und Abgeschiedenheit hat auch irgendwie was.
00:04:06: Also man denkt sich, dass man da so richtig zur Ruhe kommen kann, dass man da auch bestimmt die Ruhe hat, ganz viele Fälle zu recherchieren und dann sitzt man da und guckt raus auf so ein Fjord oder auf die Berge da und ja, es ist einfach wirklich sehr, sehr schön da.
00:04:18: Auf der anderen Seite muss ich sagen, finde ich diese Abgeschiedenheit in Norwegen
00:04:22: und dieses
00:04:22: nebliche Kage auch so ein bisschen gruselig und es ist ja natürlich was ganz, ganz anderes als... Der Ort an dem ich jetzt lebe, also ich komme ja aus dem Ruhrgebiet.
00:04:31: Hier ist man immer ganz schnell von A nach B unterwegs.
00:04:34: Man hat ganz viele Städte nebeneinander und es ist immer was los, wenn man möchte.
00:04:37: Und wenn man einkaufen möchte zum Beispiel, hat man auch tausend Möglichkeiten dafür.
00:04:41: Und man kommt mit dem Auto wirklich manchmal langsam, aber ganz gut überall hin.
00:04:44: Und wenn ich mir jetzt vorstelle, ich werde da irgendwie auch Ferien angewiesen, die dann vielleicht auch manchmal gar nicht kommen oder auf irgendwelche Busverbindungen, die aufgrund des Wetters... Dann stelle ich mir das schon fast wieder so ein bisschen beklemmend vor, weil ich echt nicht weiß, ob diese Einsamkeit und Abgeschiedenheit dann was für mich wäre.
00:04:58: Ja, und auch diese langen Winter, also ich weiß noch, wir waren ja mal zusammen am Nordcup und irgendwie auch kurz vorher so ein Ort, ich weiß aber gar nicht mehr, an welchem das war.
00:05:08: Und da hieß es dann so, ja, die Leute hier, die freuen sich schon über achtzehn, neunzehn Grad, da laufen sie dann schon mal im Bikini
00:05:14: rum.
00:05:14: Mhm, genau.
00:05:16: Und wenn ich mir das so vorstelle... Wenn so meine Höchsttemperatur, also ich meine, das kommt natürlich total drauf an auf welche Ecke Norwegen.
00:05:24: Das war wie gesagt ganz nah am Nordkapp.
00:05:26: Aber nee, weiß ich nicht mehr, glaube ich, dann auch nicht so mein Fall.
00:05:28: Aber so zum Urlaub machen, einfach super schön.
00:05:31: Ja, ihr da draußen könnt uns ja auch mal verraten, ob es euch nach Norwegen ziehen würde, ob ihr dahin ziehen würdet, oder ob das nur ein schöner Urlaubsort für euch ist, oder ob euch die Einsamkeit vielleicht gar nichts ausmachen würdet, oder ob ihr Norwegen vielleicht gar nicht leiden könnt oder so.
00:05:44: Da wäre ich auf jeden Fall mal ganz gespannt auf eure Antworten.
00:05:47: behaltet eure Antwort auf jeden Fall auch mal im Hinterkopf und verratet uns dann vielleicht zusätzlich noch mal am Ende der Folge, ob ihr immer noch nach Norwegen ziehen würdet oder immer noch nicht nach Norwegen ziehen würdet.
00:05:57: Das würde mich wirklich mal interessieren.
00:05:59: Wenn ihr außerdem begleiten Bilder zu dem Fall sehen wollt, dann folgt uns doch bitte auf Instagram, Mordhochzwei, die zwei ist ausgeschrieben, Punkt true crime Podcast.
00:06:10: Ja, wenn wir jetzt auch
00:06:10: TikTok, ne?
00:06:11: Wir haben jetzt auch TikTok, genau.
00:06:12: Da heißen wir aber einfach nur Mordhochzwei, weil der andere Name war zu lang.
00:06:16: Genau, da findet ihr wieder so ein paar kleine Videos, die es bei Instagram beispielsweise nicht gibt, die jetzt aber auch nicht so direkt mit den Fällen zu tun haben, sondern eher so ein bisschen Hintergrundzeug zu uns vermitteln, so ein bisschen zeigen, wie wir recherchieren.
00:06:28: Das ist auch ein bisschen was über unsere Bücher.
00:06:31: Aber lohnt sich!
00:06:34: Ja, ich würde jetzt aber sagen, genug geredet, nach einer kurzen Werbung kommen wir dann jetzt auch zum Fall.
00:06:41: Wir erzählen euch heute den Fall von Anna, deren Namen wir geändert haben, genauso wie den ihres Ehemannes.
00:06:48: Anna wurde in Polen geboren und zog nach dem Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauerfall in den Mauer.
00:07:03: Dort lernt sie sie mit Anfang zwanzig Thorsten kennen, ein Rohrverleger, zu dem sie sich auf Anhieb hingezogen fühlte.
00:07:06: Die beiden lernen sich beim Tanzen kennen.
00:07:09: Thorsten wird als zupackender Typ beschrieben.
00:07:12: Er hat kurze Haare und zwei Ringe im Ohr.
00:07:16: In der Diskothek fällt der Anna sofort auf.
00:07:19: Die beiden verlieben sich und bekommen gemeinsam zwei Kinder.
00:07:23: Zuerst ein Jung, dann drei Jahre später ein Mädchen.
00:07:27: Doch auch wenn es Privatberg aufgeht, beruflich gibt es Probleme.
00:07:32: Zeitweise leben Anna, die gelernte Friseurin und Thorsten, der Handwerker, sogar von Hartz IV.
00:07:38: Und darüber entwickelt sich bei ihnen ein Traum.
00:07:42: Sie wollen auswandern, am besten irgendwo hin, wo es schön ist, wo ihre Kinder in Frieden aufwachsen können.
00:07:49: Dorthin, wo fleißige Leute gesucht und auch gut bezahlt werden.
00:07:53: Und ihre Wahl fällt auf Norwegen.
00:07:56: Denn dorthin hat Thorsten bereits Kontakte.
00:07:59: Zwei-tausend-acht ist es dann soweit.
00:08:03: Zuerst macht sich der thirty- vierjährige Thorsten auf und als er Fuß gefasst hat, folgen Anna und die gemeinsamen Kinder.
00:08:10: Ihre beiden Kinder sind zu diesem Zeitpunkt zwei und sechs Jahre alt.
00:08:15: Zuerst leben sie in einer Souterram-Wohnung mit Garten in einem Vorort von Starwanger, ungefähr zwanzig Minuten vom Zentrum entfernt.
00:08:24: Alle vier leben sich in Norwegen gut ein.
00:08:27: Sie lieben die Landschaft, die Berge, die Fjorde, einfach das freie Leben.
00:08:33: Die Familie findet auch schnell Anschluss.
00:08:36: Beide Elternteile finden einen Job und es werden neue Freundschaften geschlossen.
00:08:41: Auch die Kinder sind bereits nach kurzer Zeit bestens integriert.
00:08:46: Die Familie macht gemeinsame Ausschlüge am Wochenende.
00:08:49: Sie fahren zum Fischen oder ins Legoland.
00:08:52: Schnell komplettieren auch zwei Hunde die Familie.
00:08:56: Anna und Thorsten bemühen sich derweil, die norwegische Sprache zu lernen.
00:09:00: Doch Anna ist sehr perfektionistisch und wenn ihr manchmal Fehler aufgrund der Sprachbarriere unterlaufen, dann kann sie aufbrausend sein.
00:09:08: Manchmal frustriert sie das Ganze auch, beispielsweise bei der Führerscheinprüfung.
00:09:13: Durch die fällt sie aufgrund mangelnder Sprachkenntnisse.
00:09:17: Und deshalb ist Anna, was die Fortbewegung betrifft, auf ihren Mann angewiesen.
00:09:26: Sie möchten sich ein Haus kaufen und das tun sie dann auch.
00:09:30: Ein Haus in Vorsand.
00:09:32: Vorsand ist ein kleiner Ort in Norwegen, indyllisch gelegen am Düsefjord.
00:09:37: Die Gemeinde zählt nur rund twelvehundert Einwohner und ist geprägt von Ruhe, Natur und einem starken Gemeinschaftsgefühl.
00:09:46: Umgeben von steilen Felswänden, dichten Wäldern und dem tiefblauen Wasser des Fjords wiegt die Gegend fast wie aus einer anderen Welt.
00:09:55: Es gibt nur wenige Geschäfte, Eine Schule, einen Kindergarten und grundlegende Infrastruktur.
00:10:01: Es ist ein Ort, an dem die Zeit langsamer zu vergehen scheint, fernab von Großstadt, Lärm und Hektik.
00:10:08: Genau hier finden viele Menschen das, wonach sie suchen.
00:10:11: Ein Leben im Einklang mit der Natur.
00:10:15: Doch Anna scheint auch ein bisschen skeptisch zu sein.
00:10:17: Ihre Kollegen waren sie davor, das Vorsicht ein abgeschiedener kleiner Ort ist.
00:10:23: Und Anna hat ein bisschen Angst.
00:10:26: Eigentlich möchte sie in der Nähe von Starwanger bleiben, in der Nähe von ihren Freundinnen, die sie durch ihre Arbeit im Frisörsadau kennengelernt hat.
00:10:34: Sie hat Angst, dass aus den Abenden nichts mehr werden könnte, in denen die Freundinnen zusammensaßen und Rotwein getrunken haben.
00:10:41: Doch gleichzeitig möchte sie sich auch mit Thorsten etwas aufbauen.
00:10:46: Sie möchte, dass jedes Kind sein eigenes Zimmer hat, dass sie viel Platz haben, ein Garten für die Hunde.
00:10:52: Dass es vorangeht in ihrem Leben.
00:10:55: Und in Starwanger, dass sich das Paar einig, sind die Häuser einfach zu teuer.
00:11:01: Anna und Thorsten gehen also den entscheidenden Schritt.
00:11:05: Und im Nachhinein ist Anna froh darüber.
00:11:08: Sie ist stolz auf ihr kleines Haus, das in fünf Kilometern Entfernung zum nächsten Nachbarn mitten in den Bergen
00:11:14: liegt.
00:11:15: Und auch die Kollegen blicken voller Begeisterung auf das, was das Paar sich erschaffen hat.
00:11:20: Ein neuer Empfang bin so kurzer Zeit und dann auch noch ein so erfolgreicher, das schaffen nicht viele.
00:11:27: Das Leben von Anna und Thorsten scheint perfekt zu sein, bis zu dem verhängnisvollen sechzehnten April im Jahre Zwei-Tausendvierzehn.
00:11:36: Es ist kurz vor Ostern.
00:11:39: Anna wünscht allen frohe Ostern und verlässt gegen achtzehn Uhr drei nach der Arbeit den Friseursalon.
00:11:45: Es ist ein anderer Friseursalon, als der, in dem sie begonnen hat.
00:11:49: Er liegt näher am Haus der Familie, doch trotzdem beträgt ihr Weg zur Arbeit immer noch knapp zwei Stunden pro Fahrt.
00:11:57: Auf den Aufnahmen der Überwachungskamera wird sie fröhlich, gut gelaunt.
00:12:02: Danach fährt sie nach Hause und möchte schließlich noch einmal los.
00:12:06: Sie möchte sich noch mit einer Freundin treffen.
00:12:09: Das Paar, Anna und Thorsten, handhabt es wie immer.
00:12:13: Da Anna immer noch keinen Führerschein hat und die Gegend, in der sie wohnen, keine besonders gute Verkehrsanbindung besitzt, fährt Thorsten sie zum nächsten Ferranleger.
00:12:23: Nur zweimal am Tag.
00:12:24: Morgens und Nachmittags fährt ein Bus am Haus vorbei und so nimmt Anna meistens die Fähre.
00:12:30: Thorsten selbst hat nicht recherchiert, wann die nächste Fähre kommt.
00:12:34: Doch er glaubt seiner Frau, dass diese bald kommen wird und verlässt dann den Anleger.
00:12:40: Heute herrscht kein Sturm, es ist nicht sonderlich kalt.
00:12:43: und wir haben keinen Winter.
00:12:45: Das bedeutet, dass die Fähre eigentlich fahren muss.
00:12:49: Im Winter liegt sie manchmal tagelang am Anleger und es ist keinen Wegkommen möglich.
00:12:54: Doch heute ist Thorsten zuversichtlich.
00:12:57: Aber dann ist doch etwas anders als sonst.
00:13:00: Und je später der Abend wird, desto nervöser wird auch Thorsten.
00:13:05: Denn Anna verhält sich jetzt nicht mehr so wie üblich.
00:13:08: Normalerweise, wenn sie unterwegs ist und später wieder von der Fähre abgeholt werden möchte, ruft sie Thorsten an.
00:13:15: So aber nicht an diesem Abend im April.
00:13:18: Das Telefon bleibt stumm.
00:13:21: Thorsten wird immer unruhiger.
00:13:23: Wo kann seine Frau nur stecken?
00:13:26: Doch als er sich in seinem Facebook-Account einlockt, entdeckt er plötzlich etwas Seltsames.
00:13:31: Anna hat ihm eine Nachricht hinterlassen.
00:13:34: Ich liebe dich, hat sie geschrieben.
00:13:37: Was soll das bedeuten?
00:13:39: Soll das eine Art Abschied sein?
00:13:41: Thorsten wartet und wartet.
00:13:44: Er wartet zwei Tage lang.
00:13:47: Dann antwortet er auf ihre Nachricht.
00:13:49: Wo bist du?
00:13:50: schreibt er auf norwegisch.
00:13:52: Am dritten Tag, als Anna immer noch nicht wieder zu Hause aufgetaucht ist, geht er schließlich zur Polizei.
00:13:59: Dort meldet er seine Frau als vermisst.
00:14:02: Es ist der Samstag vor Ostern gegen halb elf.
00:14:06: Thorsten schildert, dass er seine Frau zum Fernleger gefahren hat.
00:14:10: Er berichtet auch, dass sie sich danach nicht bei ihm gemeldet hat.
00:14:14: Sie habe ihn nicht angerufen, ihm keine Nachricht geschrieben, sie sei einfach wie vom Erdboden verschluckt.
00:14:19: Die Polizei beginnt nun eine groß angelegte Suche.
00:14:24: Außerdem beschäftigen sich Diamitler mit vier Theorien, die sie immer dann prüfen, wenn ein Mensch verschwindet.
00:14:31: Die erste Theorie ist, dass die Person freiwillig verschwunden ist, irgendwo ein neues Leben beginnt und nicht gefunden werden möchte.
00:14:38: Die zweite Theorie beschäftigt sich mit Mord.
00:14:41: Kann es sein, dass die Person tot ist?
00:14:44: Die dritte Theorie befasst sich damit, dass die verschwundene Person möglicherweise Opfer eines Unfalls geworden sein könnte.
00:14:51: Und die vierte Hypothese der Ermittler ist, dass die verschwundene Person Selbstmord begangen hat.
00:14:58: Die Polizei beginnt jetzt also mit der ersten Hypothese.
00:15:02: Kann es sein, dass Anna das Land verlassen hat?
00:15:05: Sie recherchieren und finden heraus, dass die junge Mutter nicht besonders glücklich war.
00:15:10: Ihren Kollegen hat sie gesagt, dass sie verrückt werden würde.
00:15:13: Berge, Berge, Berge und immer nur Berge.
00:15:17: Sie hat geäußert, dass sie zurück in die Stadt ziehen möchte, dorthin, wo mehr Leben herrscht.
00:15:23: Außerdem sei sie frustriert darüber, dass sie auf Thorsten angewiesen sei und dass sie immer wieder durch die Führerscheinprüfung falle.
00:15:32: Die Prüfer haben etwas gegen mich, habe sie einmal geäußert.
00:15:36: Kann es also sein, dass Anna Norwegen heils über Kopf verlassen hat?
00:15:40: Die Polizei recherchiert jetzt zuallererst bei den Fluggesellschaften.
00:15:45: Sie möchten herausfinden, ob Anna sich in einen Flieger gesetzt hat und zurück nach Deutschland geflogen ist.
00:15:52: Doch dem ist nicht so.
00:15:54: Als Nächstes stellt sich die Polizei die Frage, ob Anna überhaupt dort angekommen ist, wo sie hin wollte.
00:16:01: Ist sie in die Fähre gestiegen?
00:16:03: Kam sie am anderen Anleger an?
00:16:06: Oder ist ihr in der Zwischenzeit etwas zugestoßen?
00:16:10: Die Polizisten werden nun also an das Handydaten aus.
00:16:14: Sie stellen fest, dass sich das Telefon zum letzten Mal in ihrem Wohnort eingeloggt hat.
00:16:19: Doch das muss nicht unbedingt etwas zu heißen haben.
00:16:23: Laut Thorsten war Anna nach ihrer Arbeit im Friseursalon nach Hause zurückgekehrt, ehe sie erneut aufbrechen wollte.
00:16:30: Hat sie möglicherweise dort ihr Handy ausgeschaltet, damit man ihr Signal nicht weiter nachverfolgen kann?
00:16:36: Mitarbeiter der Fähre werden nun befragt.
00:16:40: Kann sich irgendjemand daran erinnern, dass Anna an diesem Tag im April die Fähre bestiegen hat?
00:16:46: Doch niemand will sie dort gesehen haben.
00:16:49: Also beschäftigen sich die Ermittler jetzt mit den umliegenden Häusern, mit den Menschen, die in der Nähe des Anlegers leben.
00:16:57: Auch diese Leute werden befragt, doch niemand von ihnen hat die junge Frau gesehen, die an diesem Tag in einer weißen Jacke mit blauen Jeans und brauen Schuhen unterwegs war.
00:17:06: Die Beschreibung ihrer Kleidung hat die Polizei von Thorsten.
00:17:10: Doch auch auf einen Fahndungsaufruf hin meldet sich niemand, der Anna gesehen haben möchte.
00:17:16: Die Suche wird nun ausgeweitet.
00:17:19: Man durchsucht das Wasser, umliegende Gebäude, Wiesen.
00:17:23: Doch nirgends gibt es eine Spur von Anna.
00:17:26: Die Polizei tut nun etwas, was sie als üblich beschreibt.
00:17:30: Sie hört sich im Umfeld von Anna um.
00:17:32: Und zwar nicht nur in Norwegen, sondern auch in Deutschland.
00:17:37: Außerdem sucht sie das Haus von Anna und Thorsten.
00:17:40: Zwar haben sie keinen Durchsuchungsbefehl, doch Thorsten lässt sie bereitwillig herein.
00:17:46: Er möchte helfen.
00:17:47: Er will seine Frau zurück.
00:17:49: Er will die Mutter seiner Kinder wieder wohl behalten zu Hause wissen.
00:17:54: Die Polizei sucht nun nach allen möglichen Spuren.
00:17:58: Vielleicht gibt es irgendwelche Notizen im Haus.
00:18:01: Vielleicht gibt es irgendetwas, das ihnen Aufschluss darüber bringt, wo Anna stecken könnte.
00:18:06: Also kehren die Ermittler noch einmal zurück zu dem Punkt, der sie bisher am hellhörigsten hat werden lassen.
00:18:12: Anna schien nicht ganz glücklich gewesen zu sein.
00:18:16: Die Abgeschiedenheit hat ihr zu schaffen gemacht.
00:18:19: Und als sie Thorsten befragen, ob es Probleme gab, ist dieser ganz offen.
00:18:23: Ja, sie hatten Probleme.
00:18:26: Sie haben überlegt, sich scheiden zu lassen.
00:18:28: Sie haben bereits das Haus schätzen lassen.
00:18:31: Auch die Kolleginnen im Friseursanom bestätigen, dass Anna gehen wollte.
00:18:36: Sie hielt es in der Einsamkeit nicht mehr aus.
00:18:39: Ist sie also möglicherweise doch untergetaucht?
00:18:43: Da es bisher keine Hinweise auf ein Verbrechen, auf ein Unfall oder ein Suizid gibt, gehen die Ermittler dieser Spur weiter nach.
00:18:50: Etwas an Thorsten kommt ihnen dabei seltsam vor.
00:18:54: Zwar antwortet er bereitwillig auf alle Fragen und lässt sie auch ins Haus, doch die Versionen seiner Geschichte ändern sich bei jeder Befragung leicht.
00:19:03: Beispielsweise berichtet er, dass er zu dem Zeitpunkt an dem Anna verschwunden sein muss, zu Hause war und das Haus nicht mehr verlassen habe.
00:19:10: Doch Zeugen haben gesehen, wie er an den betreffenden Arben mit dem Wagen unterwegs war.
00:19:15: Als er daraufhin noch einmal befragt wird, sagt er, na ja gut, dann war ich wohl unterwegs.
00:19:20: Vielleicht erinnere ich mich einfach falsch.
00:19:23: Außerdem sagt er, dass er sich nicht daran erinnern könne, ob die Fähre am Anleger gestanden habe.
00:19:28: Auch das finden die Ermittler ein bisschen komisch.
00:19:31: Er bringt seine Frau zu Fähre, weiß aber nicht, ob diese wirklich da war.
00:19:36: Außerdem zeigt er sich sehr interessiert an den Ermittlungen.
00:19:39: Ist er einfach nur daran interessiert seine Frau wieder zu finden?
00:19:43: Oder steckt mehr dahinter?
00:19:45: Die Polizei nimmt jetzt die elektronischen Geräte im Haus der Familie unter die Lupe.
00:19:50: Und plötzlich fällt Thorsten etwas ein.
00:19:54: Er habe doch noch etwas von Anna gehört, nachdem diese verschwunden sei.
00:19:58: Und zwar am Abend ihres Verschwindens um zweiundzwanzig Uhr, fünfundvierzig.
00:20:03: Sie habe ihn zu diesem Zeitpunkt bei Facebook kontaktiert und ihm, ich liebe dich, geschrieben.
00:20:09: Auch das kommt den Ermittlern seltsam vor.
00:20:12: Warum erzählt er davon erst Tage später?
00:20:15: IT-Techniker sollen nun alles unter die Lupe nehmen.
00:20:19: Sie finden heraus, dass Thorsten sämtliche Chat-Verläufe und auch seine Internet-Verläufe gelöscht hat.
00:20:25: Es gibt keine Sucheergebnisse.
00:20:28: Es gibt keine aufgerufenen Websites.
00:20:31: Das ist äußerst seltsam, doch die Computerexperten können seine Daten wieder herstellen.
00:20:36: Und sie finden dabei etwas Erschreckendes heraus.
00:20:40: Thorsten hat die unterschiedlichsten Begriffe in die Suchmaschine eingegeben.
00:20:44: Er hat nach der Tiefe des Lüsefjords gegoogelt.
00:20:47: Außerdem Schlagworte eingegeben, wie Leiche versenken, Mensch versenken, Mensch im Meer versenken, eine Person spurlos verschwinden lassen, Wie schnell kann eine Person erwirkt werden?
00:21:01: Tauchen im Lüsefjord?
00:21:03: Personen im Lüsefjord versenken?
00:21:05: Ehefrau verschwunden.
00:21:07: All das zusammenspricht für die Ermittler für ihre zweite These.
00:21:11: Mord Anna ist etwas angetan worden.
00:21:16: Gegen Torsten wird nun Haftbefehl erlassen.
00:21:19: Die Ermittler sagen ihm, dass sie davon ausgehen, dass er seine Frau getötet hat.
00:21:25: Seine Antwort darauf ist ganz ruhig und sachlich.
00:21:29: Thorsten bleibt gelassen.
00:21:31: Okay, wenn Sie das glauben, ich habe nichts Unrechtes getan, soll er geantwortet haben.
00:21:37: Thorsten kommt in Urhaft und beteuert weiter, dass er mit dem Verschwinden seiner Frau nichts zu tun hat.
00:21:43: Doch die Ermittler glauben ihm nicht mehr.
00:21:46: Zu oft hat Thorsten mittlerweile gelogen.
00:21:49: Nun wird nicht mehr nach der lebenden Anna gesucht, sondern nach ihrer Leiche.
00:21:53: Zwei Wochen nach ihrem Verschwinden nehmen sich der Mittler eine Karte vor, auf der die Fjorde eingezeichnet sind.
00:22:00: Sie beschäftigen sich jetzt vor allem mit dem Lüsefjord.
00:22:05: Sie grenzen die Orte ein, an die man am besten mit dem Autor ins Wasser heranfahren kann.
00:22:10: Nachdem sie die Suche immer weiter eingegrenzt haben, stoßen sie auf einen Ort, der ihn perfekt für eine Leichenablage zu sein scheint.
00:22:18: Da wicca.
00:22:20: Dort ist das Wasser so tief, dass eine Leiche nur schwer zu finden sein wird.
00:22:24: Doch trotzdem machen sich die Ermittler natürlich auf die Suche am sechsten Mai, um zwar mit einer sogenannten Schleppkamera.
00:22:34: Gegen halb zwei werden sie fündig.
00:22:37: In ca.
00:22:38: siebzig Meter Tiefe entdecken sie etwas, das ihnen seltsam vorkommt.
00:22:43: Ein Paket in der Größe eines Menschen.
00:22:46: Zusammen geschnürt und an ein kaputtes Schlauchboot gebunden.
00:22:50: Dieses Paket ist beschwert mit Eisenstangen und befindet sich ungefähr hundertfünfzig Meter vom Ufer entfernt.
00:22:57: Die Bergung ist schwer.
00:22:59: Ein Unterwasserfahrzeug kommt zum Einsatz und dann wird das Verschnürte etwas aus dem Fjord geborgen.
00:23:06: In einer Doku zum Fall erklärt ein Rechtsmediziner, wie in solchen Fällen normalerweise vorgegangen wird.
00:23:12: Er erklärt, dass man dieses Paket nicht einfach aufreißen würde, da man so Spuren zerstören könnte.
00:23:18: Man würde vermutlich vorher ein CT machen, um zu schauen, was sich darin befindet.
00:23:24: Außerdem würde man bei einer Wasserleicher ein DNA-Test machen.
00:23:28: Und genau so geschieht es.
00:23:31: Nach zwei Tagen ist es offiziell.
00:23:34: Die Leiche im Fjord ist Anna.
00:23:37: Nur drei Wochen nach ihrem Verschwinden wird klar, die junge Mutter ist ermordet worden.
00:23:42: Als Thorsten mit diesen neuen Erkenntnissen vertraut gemacht wird, lenkt er sofort ein.
00:23:47: Er hat eine Geschichte parat, wie es dazu kam, dass Anna im Fjord gelandet ist.
00:23:53: Ihr Ehemann erzählt jetzt, dass Anna habe sterben wollen.
00:23:57: Sie war deprimiert darüber, dass sie sich in Norwegen nicht eigenständig bewegen konnte.
00:24:02: Außerdem machte er die Einsamkeit der Berge zu schaffen.
00:24:06: Dass sie selbst nicht in Mut hatte zu sterben, habe sie ihren Ehemann darum gebeten, sie umzubringen.
00:24:13: Er erzählt, dass sie einfach nicht mehr habe leben wollen.
00:24:16: und er als treu sorgender Ehemann wollte ihr ihren letzten Wunsch erfüllen.
00:24:21: Die Ermittler haben ihre Zweifel an dieser Version.
00:24:25: Sie fragen Thorsten, ob ihm denn nicht klar war, dass die Kinder beide Elternteile verlieren würden, wenn die Sache ans Licht kommt.
00:24:32: Thorsten gibt daraufhin nur zurück, soweit haben wir nicht gedacht.
00:24:36: Er wird auch gefragt, warum er nicht versucht habe, Hilfe für seine Frau zu finden, warum sie nicht gemeinsam versucht hätten, ihre Depressionen anzugehen.
00:24:45: Daraufhin antwortet er nur, das soll schwer zu sagen.
00:24:49: Die Ermittler glauben ihm nicht.
00:24:52: Thorsten hat so oft gelogen und er lügt auch dieses Mal.
00:24:56: Denn was man bei der Obduktion herausfindet, geht weit über die Sterbehilfe hinaus, die Thorsten seiner Frau angeblich geleistet haben möchte.
00:25:04: Bei der Autopsie entdeckt man, dass die Leiche eine Tüte im Mund hatte.
00:25:09: Außerdem hatte man ihr eine Plastikfolie fest um den Kopf gewickelt.
00:25:14: Hände und Füße waren zudem befesselt.
00:25:17: Außerdem heißt es, Anna sei vor ihrem Tod gequält und vergewaltigt worden.
00:25:22: Das Thorsten, seine Frau kaltblütig ermordet hat, steht nun fest.
00:25:27: Doch die Ermittler machen sich jetzt auf die Suche nach einem Motiv.
00:25:31: Und schnell steht eines im Raum.
00:25:33: Eifersucht.
00:25:35: Ihr habt ja gerade schon gehört, dass sich Computertechniker die Geräte von Thorsten und Anna angeschaut haben.
00:25:41: Dabei stellen sie fest, dass Anna Kontakt zu einem anderen Mann hatte.
00:25:45: Nachdem Thorsten Annas Sorgen und ihre Traurigkeit über die Abgeschiedenheit nicht ernst genommen hat, wendet sie sich an eine Freundin aus Deutschland und spricht mit ihr.
00:25:53: Die Freundin stellt ihr jemanden vor.
00:25:56: Ein deutschen Auswanderer, der mittlerweile in Kanada lebt.
00:26:00: Mit diesem freundet sich Anna an.
00:26:03: Zuerst schreiben sie sich nur sporadische Nachrichten.
00:26:06: Dann täglich.
00:26:08: Irgendwann gehen sie zu heimlichen nächtlichen Skype-Gesprächen über.
00:26:12: Anna fühlt sich von diesem Mann gehört und fasst einen Entschluss.
00:26:16: Sie möchte nicht länger in der Abgeschiedenheit der Berge leben, sie möchte in die Großstadt, vielleicht sogar zurück nach Deutschland.
00:26:24: Dieser Mann wird später auch befragt und er sagt, dass er von Anna eine letzte Nachricht bekommen habe.
00:26:30: In dieser habe gestanden, dass sie zurück nach Deutschland wolle, doch er bezweifle, dass sie von Anna stammt.
00:26:36: Und damit liegt er wohl richtig.
00:26:39: Die Ermittler stellen nämlich noch etwas fest.
00:26:42: Thorsten hat die Nachricht auf Facebook dieses Ich liebe dich selbst geschrieben.
00:26:47: Er hat sich in Annas Account gehackt und die Nachricht an sich selbst verschickt, vermutlich, um die Ermittler zu verwirren.
00:26:53: Außerdem soll er seine Frau auf anderer Art kontrolliert haben.
00:26:57: Nicht nur, dass er Zugang zu ihrem Handy hatte.
00:27:00: In der Küche finden die Ermittler auch ein Aufnahmegerät.
00:27:04: Dieses soll Thorsten dort installiert haben, um nachvollziehen zu können, mit wem Anna wann Kontakt hat.
00:27:10: Die Polizei sieht sich nun auch die Konten von Thorsten an.
00:27:14: Dabei stellen sie fest, dass er nicht nur ein Boot gekauft hat, um Anna hinaus auf den Fjord zu fahren, sondern auch die Plastiktüten, die Eisenstangen und weitere Dinge für den Mord einige Tage vor der Tat gekauft hat.
00:27:26: Thorsten hat Annas Tod also geplant.
00:27:30: Die ermittelnden Beamten schaffen es nun den Tathergang zu rekonstruieren.
00:27:34: Thorsten soll äußerst brutal vorgegangen sein.
00:27:38: Er soll seine Frau aufs Bett geschmissen, gefesselt und vergewaltigt haben.
00:27:43: Außerdem hat er sie stranguliert, er eine Tüte in den Mund gesteckt und zwei über den Kopf gezogen.
00:27:49: All das soll im elterlichen Schlafzimmer passiert sein, während nebenan die beiden Kinder schliefen.
00:27:55: Als nächstes hat Thorsten Anna in die Waschküche gebracht.
00:27:59: Dort soll die Leiche mindestens vierundzwanzig Stunden lang gelegen haben, bevor Thorsten sie eingepackt und verschnürt hat wie ein Paket.
00:28:07: Dann soll er zum Fjord gefahren sein und seine Frau in dem eisigen, tiefen Wasser versenkt haben.
00:28:14: Ende Zwei-Tausendvierzehn steht Thorsten ins Starwanger vor Gericht.
00:28:18: Er wird wegen Mordes angeklagt und auch verurteilt.
00:28:21: Er geht in Berufung, doch diese wird abgelehnt.
00:28:25: Thorsten bekommt die Höchststrafe, einundzwanzig Jahre Haft.
00:28:30: Er hat den Mord an seiner Frau geplant, hat die Ermittler getäuscht und Geschichten erzählt, die Anna im Nachhinein noch in den Dreck ziehen sollten.
00:28:38: Sie sei einfach nicht stark genug für das Leben in Norwegen gewesen.
00:28:41: Sie habe sich umbringen wollen.
00:28:42: Sie haben ihre Kinder allein lassen wollen.
00:28:46: Die Richter lassen in das Urteil mit Einfließen, das Thorsten den Kindern ihre Mutter genommen hat.
00:28:52: Diese leben mittlerweile bei Pflegeeltern.
00:28:55: Auf ihren Wunschen wird Anna in Norwegen beerdigt.
00:28:58: Dort, wo sie schon lange nicht mehr hätte sein wollen.
00:29:01: Aber immerhin nah bei ihren geliebten Kindern.
00:29:11: Das war also der Fall von Anna und Thorsten.
00:29:13: Wie gesagt, das sind geänderten Namen.
00:29:16: Ich stelle mir wie immer eine Frage, warum zur Hölle lässt man sich nicht einfach scheiden.
00:29:23: Ich verstehe das nicht.
00:29:24: Ich verstehe nicht, wie vereint die bessere Option sein kann, jemanden zu ermorden, jemanden so brutal zu ermorden.
00:29:31: Jemand davon noch zu vergewaltigen.
00:29:34: Und das alles muss man sich überlegen, weil ja eine Person, die ihr mal geliebt hat, mit der eine Familie gegründet hat, mit der ausgewandert ist.
00:29:41: Wie kann man so sowas fähig sein?
00:29:43: Ich weiß es nicht, ich kann mich da und da bin ich auch sehr froh drüber nicht reinversetzen.
00:29:47: Ich finde das aber auch wirklich einfach nur schockiert in diesem ganzen Fall.
00:29:51: Und vor allen Dingen irgendwie diese Geschichte, die er erzählt hat, dass sie habe sterben wollen, dass er ja dann noch ganz großmütig dabei geholfen hatte.
00:29:58: Ja.
00:29:59: Weil das ist auch so arrogant und ekelhaft von ihm.
00:30:02: Finde ich auch.
00:30:02: Aber zu denken,
00:30:03: dass er damit durchkommen kann.
00:30:05: Finde ich auch.
00:30:05: Also ich finde das auch... Aber diese Geschichte dann noch so umzuländern, wo ja eigentlich klar sein muss, dass wenn man die Leiche findet, dass das nicht einfach Sterbhilfe war vom... liebevollen, treusorgenden Ehemann, sondern, dass man die Vergewaltigung feststellen kann, dass man feststellen kann, dass sie eine Plastiktüte im Mund hat, dass sie Plastiktüten um den Kopf gewickelt bekommen hat, dass sie gefesselt worden ist.
00:30:30: So lässt sich doch niemand umbringen.
00:30:32: Also, was sind das für Gedanken?
00:30:35: Wie kommt man darauf, dass man das so drehen könnte?
00:30:38: Ja, ich finde auch manchmal diese Selbstgefälligkeit bei so Tätern so krass.
00:30:41: Bist du so dumm oder bist du wirklich so selbstgerecht, dass du glaubst, du kommst damit durch?
00:30:45: Ja, da haben wir ja letzte Woche schon bei dem Fall drüber geredet, bei dem mutmaßlichen Mord durch den Polizisten an seiner Affe rückt.
00:30:52: Da haben wir auch schon gesagt, so, wie kommt man darauf, diesen Gürtel um ihren Hals zu lassen und dann zu denken, ja, ich erzähle jetzt mal ein, das war ein Unfall und es kommt vielleicht eh nicht raus und man merkt vielleicht gar nicht, dass ich das ... und auch in dem Fall.
00:31:04: Das ist genau das Gleiche.
00:31:06: Man ist hier nicht klar, dass wenn man die Frau findet, dass du dann sowieso aufliegst.
00:31:10: Ja,
00:31:11: wahrscheinlich sind hier in diesem Moment die Täter immer so von sich überzeugt, dass sie glauben, die Frau wird sowieso nicht gefunden oder so.
00:31:16: Ich weiß es nicht, oder reden sich das zumindest ein.
00:31:18: Ja, und dann diese ganze Geschichte, dass er diese Nachrichten noch an... Also, dass er noch diese Nachrichten gefälscht hat.
00:31:25: Sowieso, sich aber auch noch ausgerechnet schreibt, ich liebe dich.
00:31:29: Ja, ausgerechnet auch.
00:31:30: Ja,
00:31:30: wo man auch noch mal denkt, ja genau, setzt noch eins drauf, du bist ja so ein toller Typ.
00:31:35: Und dann aber auch so blöd zu sein, dass der Polizei erst mal nicht zu erzählen.
00:31:39: Weil warum hat er diese Nachricht denn geschrieben, wenn nicht als Falsche fährt?
00:31:42: Ja.
00:31:42: Und dann erzählt er, ich hab nichts mehr von ihr gehört und erzählt dann drei Tage später, ich hab ja doch noch was von ihr gehört, sie hat mir ja noch ich liebe dich geschrieben.
00:31:49: Ja, das finde ich auch richtig heftig einfach.
00:31:51: Und dazu kommt diese absolute Brutalität.
00:31:53: Und das ist ja nicht der erste Fall, den wir haben, der so brutal ist.
00:31:56: Erinnert dich mal an einen unserer ersten Fälle überhaupt, wo ein Ehemann seine Ehefrau auch getötet hat und dann ihre Leiche entteilen.
00:32:02: Entschuldigung, das hier zu sagen muss, aber es war so pür... hat.
00:32:05: Ja.
00:32:05: Dann dieser Fall, denn der Fall von Tina, den wir hatten, war ja einfach hinter rücks die Kehle durchgeschnitten, als wäre nix dabei.
00:32:10: Wie kommt denn bitte dieser absolute Hass für eine Person, wie du vorhin schon gesagt hast, die Mama geliebt hat?
00:32:15: Was ist denn da los?
00:32:16: Ja, das war wahrscheinlich jetzt in diesem Fall einfach so eine Ego-Geschichte, so eine Art Verlustangst.
00:32:22: Sie hat sich einen anderen gesucht und das wollte einfach nicht auf sich sitzen lassen, so wenn ich mich nicht haben kann, dann keiner.
00:32:28: Weißt
00:32:28: du, mein Ego ist auch manchmal gekränkt, aber ich versenke dafür keine Leute im Fjord.
00:32:32: Nein,
00:32:32: nein.
00:32:33: Das ist ja ... Ja,
00:32:34: ich weiß auch nicht.
00:32:35: Ich verstehe das auch nicht.
00:32:36: Und auch, diese Tat zu begehen, während die Kinder nebenan sind.
00:32:40: Was hätte er gemacht, wenn eines von den Kindern aufgewacht wäre und reingekommen wäre?
00:32:43: Der hätte die Kinder noch traumatisiert fürs Leben nicht ... nur dass er den die Mutter nimmt, dass sie das jetzt möglicherweise noch mit ansehen können.
00:32:49: Dann, dass er sie in der Waschküche hat liegen lassen.
00:32:52: Auch da hätten die Kinder jederzeit reingehen können, sie hätten sie jederzeit finden können.
00:32:56: Was kann man nur für ein Arschloch sein?
00:32:57: Ja,
00:32:58: wer weiß, ob das nicht auch das Glück der Kinder war, dass sie sie nicht gefunden haben.
00:33:00: Wer weiß, was er dann getan hätte, kann man ja leider nicht wissen.
00:33:03: Stimmt.
00:33:04: Und ich finde, auch einundzwanzig Jahre Haft geht so wenig.
00:33:06: Ja, und das ist ja leider schon lang.
00:33:09: Ja, aber ich finde, so jemand sollte wirklich niemals wieder auf reinen Fuß kommen.
00:33:13: Ja.
00:33:14: Schlimm, einfach mal wieder so erfallen.
00:33:16: Schock mich einfach völlig.
00:33:17: Ja, da denkt man auf so, wozu ist er noch fähig?
00:33:19: Lass den erbesten bitte nie wieder raus.
00:33:21: Mhm.
00:33:21: Einzwanzig Jahre.
00:33:23: Ja, du wolltest, glaube ich, noch was von einer Hörerin vorlesen zum ganzen Thema Femizid, beziehungsweise eher zum Thema häusliche Gewalt, ne?
00:33:32: Ja, genau.
00:33:32: Und zwar geht es um eine, ja, Hörerin von uns, die zugleich auch eine gute Bekannte ist.
00:33:36: Du kennst sie ja auch.
00:33:37: Ja.
00:33:38: Und sie hat mir neulich eine WhatsApp-Nachricht geschickt.
00:33:41: Und in dieser Nachricht hat sie von ihren eigenen Erfahrungen berichtet.
00:33:45: Sie hat nämlich mitbekommen, dass wir immer mal wieder, wenn wir über Gewalt gegen Frauen berichten, die Nummern von Hilfshotlines angeben, und sie hat dazu gesagt, dass wäre ja gut, dass es diese Nummern gibt, aber zum einen werden die leider oft völlig unherbesetzt und zum anderen würden sie nicht in jeder Lage helfen.
00:34:00: Ja, und dann hat sie von ihrer eigenen Situation erzählt, in der sie steckt, seit sie sich von ihrem Partner getrennt hat.
00:34:07: Und ich muss sagen, das hat mich ziemlich schockiert, weil sowas im nahen Umfeld zu haben und dann auch noch in dem Ausmaß, in dem sie es erzählt hat.
00:34:13: Ja, da war ich richtig sprachlos und fassungslos und musste auch erst mal wieder klarkommen.
00:34:18: Falls auch was war, womit man nicht gerechnet hat, müssen jetzt dazu sein, es ist keine gute Freundin von uns oder so.
00:34:24: Wir sind vielleicht mal so einmal im Jahr oder so, aber es war trotzdem was, womit wir, glaube ich, beide einfach nicht gerechnet hätten, oder?
00:34:30: Auf gar keinen Fall.
00:34:31: Also, das war wirklich einfach schockierend, weil es echt wie was klang, was man sonst ja in den Nachrichten hört oder in einem Fall hört.
00:34:37: Ja.
00:34:38: Und sie hat gesagt, dass eben diese Hilfshautleins ja schön und gut sind, dass sie aber zum Beispiel in ihrem Fall nichts bringen, weil sie alleine schon keine Beweise dafür vorbringen kann, was ihr Ex-Partner heute immer noch mit ihr macht, weil er ihr keine physische Gewalt antut.
00:34:52: Stattdessen wird sie von ihm massiv psychisch mishandelt, unter Druck gesetzt und sogar erpresst.
00:34:58: Und das Schlimmste dabei ist, sagt sie, dass die Behörden ihr nicht glauben, eben weil sie keine blauen Flecken hat, weil sie keine Verletzungen hat und nichts nachweisen kann und auch deswegen, weil ihr Ex-Partner ein sehr manipulativer Mensch ist, dem es wohl auch gelungen ist, die Behörden ziemlich um den Finger zu wickeln.
00:35:13: Ja, und dann hat sie eben gesagt, sie hätte sich so aufgeregt, als sie das gehört hat mit der Hilfsortlein, weil sie einfach sagt, was bringt mir das?
00:35:20: Und dann... habe ich sie im Gespräch gefragt, was würde dir denn helfen?
00:35:23: Was würdest du gerne haben, dass wir vielleicht in unserer Folge stattdessen mal sagen, was wirklich helfen würde?
00:35:27: Und ihre Aussage hat mich dann irgendwie nochmal richtig schockiert, weil es einfach was total Grundlegendes war, was sie aber so hervorgehoben hat.
00:35:34: Und zwar hat sie gesagt, es würde helfen, wenn Frauen geglaubt wird.
00:35:38: Das hat man aber doch schon häufiger gehört.
00:35:40: Ja, das ist jetzt, da ist eine ganz banale Aussage, aber es ist was, was man wirklich schon häufiger gehört hat, dass Frauen sagen, es würde mir helfen, wenn mir einfach irgendwer Glauben schenkt.
00:35:50: Ja, ganz genau.
00:35:51: Und ich finde, das sollte eine Selbstverständlichkeit sein, weil ich mein, sie ist auch Mutter, sie hat eine Verantwortung und die Dinge, die ihr zum Teil von ihrem Ex vorgeworfen werden, sind einfach so dermaßen haltlos, dass man sich denkt, man muss doch ihr glauben.
00:36:02: Aber es ist leider nicht so.
00:36:03: Man glaubt dem Mann, weil er in dem Moment als der Vernünftige dasteht und sie als die hysterische Frau.
00:36:07: und dieses Bild der hysterischen Frau ist leider in unserer Gesellschaft immer noch viel zu verbreitet und das zeigt sich echt in ihrem Fall.
00:36:12: Ja, und das fand ich einfach so krass.
00:36:14: Sie sagt, ne Hotline hilft mir in dem Moment nicht, aber es hilft mir, wenn man mir einfach nur glaubt.
00:36:18: Ja, ist an sich natürlich schwierig zu sagen, man kann nicht sagen, ja, glaub, grundsätzlich einfach der Frauen, das ist schon klar, dass das nicht geht.
00:36:25: Ja, ich glaube, es ist einfach auch ganz wichtig, dass man trotzdem versucht, irgendwelche Beweise zu finden, weil so hast du natürlich das Problem, das immer Aussage gegen Aussage steht.
00:36:34: Ja, ist aber auch schwierig, wie man das machen kann bei psychischer Gewalt.
00:36:38: Hier würde dann nur einfallen, dass man vielleicht irgendwie, wenn man auf den Ex-Partner trifft und der sich eben immer so fällt, vielleicht ein Diktiergerät mitlaufen lässt oder so, dass man sowas im Nachhinein dann eben vielleicht auch beweisen kann.
00:36:50: Also in ihrem speziellen Fall, ich will jetzt nicht zu sehr ins Detail gehen, ist das wohl nicht möglich?
00:36:54: Und klar, wie du schon sagst, ich bin da auch ganz bei dir, dass man natürlich jetzt nicht jeder Frau einfach mal jeden Vorwurf glauben kann, weil natürlich ist auch Verlegung in den Frauen Sachen erfinden.
00:37:02: Ja, und auch in den Frauen eben diejenigen sind, die vielleicht nicht so gut sind fürs Kind und der Mann eben schon.
00:37:07: Genau.
00:37:08: Das heißt jetzt nicht, dass ich ihr persönlich nicht glaube.
00:37:09: Ich glaube, ihre Geschichte absolut.
00:37:11: Aber man kann halt das nicht so poschalisieren.
00:37:13: Ich stelle mir das auch sehr, sehr schwer vor.
00:37:14: Ich glaube, es ist einfach so, dass gerade in den Behörden manchmal vielleicht ein bisschen mehr Feingefühl angebracht wäre und ein bisschen weniger in Serie Typen gedacht werden sollte.
00:37:22: Ja.
00:37:23: So, ich glaube, das wäre ein ganz wichtiger Punkt.
00:37:25: Und mich hat das auch noch so getatscht, was sie gesagt hat, weil sie meinte, es ging halt um die spezielle Folge von Tina, die ja von ihrem Partner eben als sie ein Koffer für eine Urlaubsreise gepackt hat, hinter Rücks erstochen worden ist.
00:37:35: Und sie hat einfach gesagt, in dem Moment wär sie einfach völlig geschockt gewesen, weil sie gedacht hat, nicht, dass ich auch irgendwann so ende.
00:37:41: Und ja, das war einfach für mich so, dass ich dachte, es ist einfach so schlimm, dass es Frauen ... gibt nicht nur in Deutschland, sondern weltweit in solchen Situationen stecken, die da nicht rauskommen, die diese Angst haben müssen und für die es einfach keine adäquaten Hilfsangebote gibt.
00:37:54: Und sie sagt ja auch noch, dass diese Hilfs-Hotlines eben zum Teil völlig unherbesetzen, dass man da manchmal gar keine erreicht, dass die auch manchmal offline genommen werden, weil keine Leute da sind, die sich drum kümmern.
00:38:01: Und dann denke ich mir auch, es gibt so viele Dinge in Deutschland für die Geld da ist, sollte nicht dafür vielleicht auch mal Geld da sein, dass man diese Hotlines besetzt, dass man vielleicht auch Stellen schafft, an die sich Frauen wenden können, wo sie wissen, da sitzen Leute, die ... die nötige Menschenkenntnis und Ausbildung haben, um vielleicht auch unterscheiden zu können.
00:38:18: Wer sagt die Wahrheit, wer manipuliert?
00:38:21: Wie
00:38:21: sind die Hinweise, welche Beweise gibt es, welche gibt es nicht und die vielleicht ein bisschen mehr tun, als die Behörden tun können?
00:38:26: die wir jetzt im Moment in Deutschland haben.
00:38:28: Vielleicht
00:38:28: auch denjenigen, also den Betroffenen, sagen, wie sie vielleicht selber Beweise sammeln können.
00:38:32: Gut, du sagst jetzt, ein Diktiergerät mitlaufen lassen geht nicht.
00:38:36: Ein hart zahrgebucht, sowas sagt man zumindest immer bei Stalking.
00:38:39: Ich weiß, das ist jetzt nicht zu hundert Prozent vergleichbar.
00:38:41: Schon klar, aber bei Stalking sagt man ja, man soll die Vorfälle aufschreiben, was passiert ist, wann es passiert ist.
00:38:46: Wenn man sowas dokumentiert ist, hat das ein bisschen mehr Gewicht.
00:38:48: Das wäre vielleicht gut.
00:38:50: Zeugen ist natürlich das Problem, wenn man sich immer nur so verhält, beispielsweise, wenn die Frau mit ihm alleine ist, wird es auch schwierig werden, Zeugen zu finden.
00:38:58: Aber manchmal haben sich die Täter dann ja auch doch nicht so gut im Griff, dass da vielleicht das eine oder andere Mal auch was passiert, wenn andere Menschen dabei sind.
00:39:06: Sowas könnte ich mir nur noch vorstellen, dass das vielleicht ein bisschen hilft.
00:39:10: Ich weiß nicht, inwieweit man die Kinder ins Boot holen kann, wie viel die schon so mitbekommen haben.
00:39:15: Kommt wahrscheinlich auch total aufs Alter an.
00:39:18: Ja, aber da wäre jetzt wirklich ne Hotline gut, die einem eben Ratschläger in die Hand geben könnte, wie man beweise dameln kann.
00:39:23: Ja,
00:39:23: und ich glaube, als Umfeld ist es einfach ganz wichtig, dass man, wenn man sich die eine Seite angehört hat, und ich möchte hier auch gar nicht unbedingt geschlechtsspezifisch reden, aber wenn man sich die eine Seite angehört, hat sich auch die andere anzuhören und sich so neutral man eben kann zu überlegen, wer sagt die Wahrheit und wer nicht, oder liegt die Wahrheit irgendwo dazwischen?
00:39:37: Ja.
00:39:38: Damit man eben nicht auf Menschen hereinfällt, die nach einer Trennung so bitter sind, dass sie also so mutwillig versuchen, das Leben der anderen Person zu zerstören, wie es in diesem Fall ist.
00:39:47: gerade passiert.
00:39:48: Ja, ihr da draußen könnt uns ja auch mal eure Erfahrungen mitteilen, sofern ihr denn möchtet natürlich auch gerne anonym.
00:39:54: Vielleicht habt ihr ja auch für die betreffende Person einen Ratschlag, vielleicht habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, vielleicht kennt ihr ja die ein oder andere Anlaufstelle an die sich die betreffende Person wenden könnte, auch wenn sie sagt, dass halt Beweise sammeln recht schwierig ist.
00:40:06: in dem Fall, weil also ich bin hier an dieser Stelle, muss ich sagen, mit meinem Latein am Ende.
00:40:10: Ich könnte nur auf irgendeine Hilfschottlein verweisen.
00:40:13: Wenn das nicht viel bringt, dann weiß ich grad irgendwie auch
00:40:15: nicht.
00:40:15: Ja, erzählt einfach gerne mal, wenn ihr möchtet, wie gesagt gerne auch anonym, wenn ihr mal psychische Gewalt durch eurem Partner erfahren habt und euch aus dieser Lage befreien konntet, wie ist euch das am Ende gelungen?
00:40:24: Ja.
00:40:25: Das war jetzt ein kleiner Exkurs, aber ich hoffe, dass ihr trotzdem vielleicht bis zum Schluss dran geblieben seid, denn ich denke, dieses Thema ist eins, das uns alle betrifft, entweder direkt oder indirekt.
00:40:35: Ja, das war es jetzt auf jeden Fall mit dem Fall von Anna.
00:40:38: Also ich finde es nach wie vor einfach nur furchtbar, dass so eine Auswanderung, so ein wirklich gut gestarteter Neubeginn so furchtbar enden musste.
00:40:46: Ja, das finde ich auch.
00:40:47: Und ja, weiß auch gar nicht mehr so richtig, was ich dazu sagen soll, weil mich der Täter einfach immer noch sprachlos macht.
00:40:52: Also Leute, das war die Folge für heute.
00:40:55: Vergesst bitte nicht uns zu abonnieren und auch gerne einen Kommentar und eine Bewertung zu hinterlassen.
00:40:59: Damit unterstützt ihr uns.
00:41:01: Und ihr sorgt dafür, dass wir Mordbuch II auch weiter für euch produzieren können.
00:41:04: Wenn ihr außerdem begleitende Bilder zu unseren Fällen sowie Updates sehen wollt, dann folgt uns gerne auf Instagram unter Mordhochzwei.
00:41:11: Mordhochzwei
00:41:12: ist ausgeschrieben
00:41:13: vom Truegram Podcast.
00:41:14: Also Mordhochzwei, die zwei ist ausgeschrieben vom Truegram Podcast.
00:41:17: Ich sehe schon die Leute, die zwei ist ausgeschrieben.
00:41:20: Das finde ich gar nicht unter dem Namen.
00:41:23: Ja, und wir sind mittlerweile auch auf TikTok unterwegs und auch wenn wir noch ein bisschen ausprobieren, was da alles möglich ist, freuen wir uns riesig, wenn ihr vorbeischaut und uns dort folgt unter Mordhochzwei.
00:41:32: Auch die zwei ist ausgeschrieben.
00:41:35: Stimmt.
00:41:36: Ja, wir danken euch auf jeden Fall fürs Zuhören, fürs Abonnieren, fürs Mitwiebern, fürs Kommentieren und für eure ganzen lieben Nachrichten und auch für eure Fallverschläge.
00:41:43: Die Liste wächst und wächst und wächst.
00:41:45: Aber ich hoffe, dass ich euch hiermit jetzt schon so ein bisschen entgegenkommen konnte, denn Skandinavien ist jetzt erstmal
00:41:50: abgehakt.
00:41:51: Wir freuen uns auf jeden Fall darauf, euch auch an der nächsten Folgewehr bei Mordhochzwei begrüßen zu dürfen und sagen
00:41:56: bis nächsten Dienstag.
00:41:57: Tschüss.
00:42:05: Das war Mordhochzwei.
00:42:07: Mit Nadine Darascha und Sarah Wiedler.
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